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Ohne Réussite im Abschluss

zürich. In der Serie ZSC Lions – Davos wartet das Heimteam noch immer auf den ersten Sieg. Davos gewann 3:0 und führt im Viertelfinal 2:1.

So vieles war anders, und so vieles war gleich: Die Davoser traten mit gar manchen Änderungen an, die Zürcher vertrauten vor über 10 000 Zuschauern auf die gleiche Formation wie beim 5:3 in Davos – und mussten nach 60 Minuten frustriert vom Eis. Wieder gewannen die Davoser im Hallenstadion. In Spiel 1 hatte es 3:2 für die Bündner geheissen, gestern erzielten sie wieder drei Tore. Und den Zürchern gelang kein einziges. Die Lions dominierten auch den dritten Match gegen die Davoser, aber die optische Überlegenheit alleine garantiert noch keine Tore. Genau das war das Problem: «Wir hatten so viele gute Chancen, so viele gute Möglichkeiten zu einem Tor. Monnet, Wick, Shannon, Seger», nannte Trainer Marc Crawford nur einige Namen. «Norma­lerweise nützen sie die eine oder andere aus.» Aber gestern war offenbar kein normaler Abend. Am Ende reichten auch 44 Sekunden doppelter Überzahl nicht zu dem einen Zürcher Treffer, der das Spiel noch einmal hätte spannend machen können. Leonardo Genoni im Davoser Tor spielte einen magistralen Match, mit seinen Paraden und Reflexen korrigierte er so manche Fehler und Sünden seiner Vorderleute. Doppelt so viele Schüsse wie die Gegner gaben die Zürcher ab, nicht einer davon fand den Weg ins Ziel. Nach 40 Minuten zeigte der eine oder andere eine gewisse Frustration. Thibaut Monnet und Luca Cunti verschwanden immer mehr, sie konnten keine Akzente mehr setzen, sie waren zermürbt. So viel hatten sie gut gemacht, so wenig Réussite war ihnen vergönnt. Strafe statt Tor Die Davoser betrieben weniger Aufwand nach vorne, aber wenn sie einmal ins gegnerische Drittel kamen, wurde es für die Zürcher gefährlich. Wie zum Beispiel in der 8. Minute, als der frühere Lions-Stürmer Sven Ryser von rechts den Puck vors Tor von Lukas Flüeler spielte. Lions-Verteidiger Matt Lashoff lenkte die Scheibe für seinen Goalie unhaltbar zum 0:1 ab. Die Lions starteten mit einem Eigentor, das sie zwar nicht aus dem Konzept brachte. Aber es scheint sich in dieser Serie zu bewahrheiten: Wer das erste Tor erzielt, der gewinnt. Und zu all dem Zürcher Abschlusspech kam auch noch dies dazu: Mikko Lehtonen, so sahen es die Schiedsrichter, hatte Goalie Genoni behindert, als nach 34:36 das 1:1 für die Zürcher fiel. Der Treffer zählte nicht, Lehtonen musste auf die Strafbank – und nur 31 Sekunden später führten die Davoser 2:0. Radek Dvorak traf im Powerplay mit einem platzierten Hocheckschuss von der blauen Linie. Definitiv den Wind aus den Segeln nahmen die Davoser ihrem Gegner mit dem 3:0 nach 46 Minuten. Petr Sykora, im bisherigen Verlauf der Serie nicht gerade auffällig aufgetreten, erwischte nach einem gewonnenen Bully Goalie Flüeler. «Unser bestes Spiel» Danach spielten die Davoser ihren Part relativ abgeklärt herunter. Mit einer Dreitoreführung im Rücken lag es nicht mehr an ihnen, das Spiel zu machen. Sie versuchten nur noch, die Scheibe von ihrem Drittel fernzuhalten. Und das gelang ihnen gegen so langsam entmutigte Lions relativ gut. Die Zürcher nahmen schon drei Minuten vor Ende den Torhüter vom Eis. Aber wenn die Pucks eben nicht reinwollen, dann wollen sie nicht rein. Man dürfe sich davon nicht entmutigen lassen, meinte Crawford. «Eigentlich zeigten wir unser bestes Spiel in dieser Serie. Nun müssen wir halt noch besser arbeiten vor dem gegnerischen Tor, noch entschlossener sein im Abschluss», meinte er. Seine Spieler sind am Samstag in Davos aber unter mehr Druck als auch schon. Denn wenn die Serie der Auswärtssiege nicht mehr weitergeht, dann gewinnen die Bündner am Samstag im eigenen Stadion. Und damit hätten sie schon den ersten Matchpuck für die Halbfinals. Aber vielleicht treffen die Zürcher in den Bergen wieder besser.

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