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Olympiadebüt des Drittliga-Fussballers

rosa chutor. Marvin James, Feuerthaler Drittliga-Fussballer, tritt heute im olympischen Snowboardcross an.

Seit Guillaume Nantermods WM-Titel anno 2001 sind die Schweizer Männer ohne Medaille von den wichtigen Snowboardcross-Wettkämpfen abgereist. Die Chancen, dass sich dies ausgerechnet im heutigen Olympiarennen ändert, sind minim – obschon es an Ideenreichtum in der Vorbereitung nicht gemangelt hat.

Trainer Harald Benselin stellte zur Schulung all jener Fähigkeiten, die es im Boardercross braucht, ein polysportives Programm zusammen. Er liess im Sommer auf dem Downhill-Bike an der Kurventechnik und Linienwahl feilen, auf der Bob-Anschiebeanlage die Schubkraft testen, beim Wakesurfen auf dem Genfersee das Brettgefühl verfeinern oder auf einem eigens gebauten Pump-Track-Kurs die Rollersektionen simulieren. Das Teambuilding erfolgte auch auf einer mehrtägigen Velotour vom Formel-1-GP in Spa-Francorchamps zurück in die Westschweiz.

In der aktuellen FIS-Rangliste liegt das Schweizer (Zürcher) Olympiaduo weit hinten: Marvin James aus Langwiesen auf Rang 32, Tim Watter aus Hausen am Albis auf 51. Mit seinem 11. Platz im Dezember am Weltcup im Montafon hatte James die Vorgaben von Swiss Olympic nur zu 50 Prozent erfüllt. Die Olympiateilnahme soll beim 24-Jährigen endlich jenen Schub auslösen, den sich Trainer Harald Benselin schon so lange erhoffen würde.

«Grösstes Problem hinter mir»

«Dar­auf habe ich in den letzten vier Jahren hingearbeitet», sagt Marvin James zu seinem Olympiadebüt. «Natürlich bin ich überglücklich, dass ich dabei bin.» Damit jedoch will er sich nicht begnügen. Ein Diplom nennt er als minimales Ziel.

Ihm kommt entgegen, dass bereits alle Olympiastarter in einer K.-o.- Runde antreten können. Der Qualifikationszeitlauf, der für James immer eine grosse Hürde dargestellt hat, entfällt. «Damit habe ich das grösste Pro­blem schon hinter mir.» Um die 24 Plätze im Viertelfinal bewerben sich 40 Fahrer in acht Heats. Wenn er mal in diesen Ausscheidungsläufen sei, «dann kann ich auch die Besten schlagen. Ich bin ein starker Heatfahrer. Es ist dort immer sehr viel möglich», sagt James. Den Betrieb von Weltcup und Weltmeisterschaften ist er gewohnt. Olympia bedeutet auch für ihn eine neue Dimension. «Ruhig und fokussiert bleiben» hiess seine Devise seit dem Abflug nach Russland vor einer Woche.

Auch abseits der Boardercrosspisten war in diesem Winter viel los: Im Januar schloss der Kaufmann die Berufsmatur ab. Was die Zukunft bringt, weiss Marvin James noch nicht. Vielleicht fasst er ein Studium ins Auge. Die Planung hange nicht zuletzt davon ab, «wie es in So­tschi herauskommt».

Eines aber ist sicher: «In der Rückrunde bin ich wieder dabei.» Dies als Fussballer des Drittliga-Spitzenklubs FC Feuerthalen. Seinen Ausgleichssport, den er auf jeden Fall weiterhin ausüben will, musste er in den letzten Monaten zurückstellen: «Schliesslich ging es ja um Olympische Spiele.» (ust/si)

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