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Olympiasieger gegen Weltmeister

sotschi. Kanada und Schweden streiten sich am Sonntag um Eishockey-Gold. Die Kanadier schlugen die USA 1:0, die Schweden die Finnen 2:1.

Am Wochenende kommt es – das hatte das Tableau so vorausgesagt – zu zwei Medaillenspielen mit dem Duell Europa – Nordamerika. Das ist etwas, das den Eishockeyfans und damit auch IIHF-Präsident René Fasel gefällt. Und die Affiche Olympiasieger Kanada gegen Weltmeister Schweden liest sich für den Final perfekt.

Die Halbfinals waren enge Spiele, der europäische noch etwas taktischer als der nordamerikanische. Schweden dominierte gegen Finnland unerwartet klar. Nicht was die Torschüsse angeht, aber was die Spielanlage betrifft. Mehr Arbeit hatten die Torhüter am Abend zu verrichten. Der Match war ein intensives Hin und Her in hohem Tempo.

Kanada – USA bei den Männern endete ähnlich wie Kanada – USA im Frauenfinal. Die Amerikaner waren im Vorfeld favorisiert worden, sie waren spielerisch besser. Aber es gewannen in beiden Fällen die entschlosseneren und geradlinigeren Teams.

Torschütze nicht vorgesehen

Das einzige Tor im nordamerikanischen Vergleich schoss einer, der letzten Sommer noch keine Rolle in der Olympiaplanung gespielt hatte. Als sich die Kanadier in Calgary trafen, stand Jamie Benns Name nicht auf der Liste des grossen Kaders. Am 7. Januar aber hatte der Captain der Dallas Stars seinen Platz im Team. In der 22. Minute lenkte er ein exaktes Zuspiel von Verteidiger Jay Bouwmeester zur Führung ab. «Im Final wird es genau das Gleiche sein: Ein enges Spiel mit wenigen Chancen – und wer die besser nützt, der gewinnt», sagte Benn.

Der 25-Jährige erzielte seinen zweiten Turniertreffer, Captain Sidney Crosby aber ist vor dem Final noch immer torlos. Immerhin zeigte seine Linie mit dem Lockout-Luganesen Patrice Bergeron und Chris Kunitz eine Steigerung, Kunitz vergab im Schlussdrittel die klarste Möglichkeit zur Siegsicherung. Die beste Chance der USA hatte im Mitteldrittel Paul Stastny, der Goalie Carey Price den Puck zwischen den Schonern hindurch drückte, die Scheibe kullerte knapp neben das Tor. Die Kanadier haben die Chance, am Sonntag als erstes Team seit der Sowjetunion 1988 ihren Titel erfolgreich zu verteidigen.

Raum für Steigerung

Die Schweden haben nur eine Wahl, um der Statistik gerecht zu werden: In den letzten sechs Winterspielen belegten sie entweder Platz 5 (viermal) – oder gewannen Gold (einmal). Und sollten sie nach dem Final zuoberst stehen, wird der Sieger von 2006 die erste Mannschaft seit der Sowjetunion 1984 sein, die ohne eine Niederlage den Titel holt. «Wir können Gold gewinnen», sagte Trainer Pär Marts. «Gegen die Finnen zeigten wir unser bisher bestes Spiel. Aber es gibt immer noch Raum für Steigerung.» Vielleicht auch bei der Auswahl seiner Socken, die mit ihrem rosa-violetten Karomuster zumindest sehr auffällig waren.

Dank den zwei Toren blieb eine Diskussion über den Gegentreffer aus, den die Schweden in der 27. Minute zum 0:1 kassierten. Sie alle waren der (korrekten) Meinung, dass ein Befreiungsschlag hätte gepfiffen werden müssen, als Olli Jokinen die Scheibe, die bereits von der Bande wieder zurückkam, aus einem unmöglichen Winkel ins Tor spedierte. Alle Fernsehaufzeichnungen zeigten, dass in der neutralen Zone niemand den Puck berührt hatte, aber der Linienrichter hatte energisch abgewinkt. Die Schiedsrichter konnten nicht anders als den Treffer anerkennen. Olli Jokinen stand auch bei den zwei schwedischen Gegentreffern im Zen­trum. Vier Minuten später vertändelte er zusammen mit Verteidiger Määttä den Puck in der eigenen Zone, Loui Eriksson glich aus. Und weitere drei Minuten später musste Jokinen, der während des Lockouts 2004/05 einige Partien in Kloten absolviert hat, auf die Strafbank. Dieses Powerplay nützte Schwedens Scharfschütze Emil Karlsson zum 2:1 aus. Kari Lehtonen, der für die erkrankte Nummer 1 (Tuukka Rask) im Tor stand, sah nicht so gut aus.

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