Zum Hauptinhalt springen

Ordnung schaffen im kulturellen Obstsalat

Winterthurs Kulturangebot ist so bunt und süss wie ein Fruchtsalat und bleibt auch so, trotz Sparens. Gestern hat der Stadtrat genau aufgeschlüsselt, wovon er wie viel weniger in die Schüssel gibt.

Den Fruchtsalat muss der Stadtrat nicht neu erfinden. Welche Früchte seinen Gesamtgeschmack ausmachen, entscheiden nicht die Politiker, sondern die fast ausschliesslich privaten Trägerschaften der Kulturin­sti­tu­tio­nen. Rein städtisch sind die Bibliotheken mit ihren Veranstaltungen sowie das Theater Winterthur. Via Subventionen an die privaten Trägerschaften entscheidet der Stadtrat aber wesentlich mit, wie gross die Anteile jeder Frucht sind. In den letzten Wochen hatten Küchenchef Michael Künzle und sei- ne Dessertspezialistin, Kulturchefin Nicole Kurmann, bereits dies und das über die neue Subventionsverteilung verraten: drei Prozent weniger hier, fünf weniger dort und gar keine Abstriche bei jenen Früchten des Salats, bei denen ohnehin nicht mit der grossen Kelle angerichtet wurde. Gestern hat Künzle die gesamte neue Rezeptur aufgelistet (siehe Tabelle rechts). Grundrezeptur unverändert Die Liste zeigt, dass In­sti­tu­tio­nen mit weniger als 100 000 Franken Subventionen geschont wurden. Die Liste zeigt aber auch: Die Traditionszutaten Äpfel, Orangen, Birnen und Bananen machen weiterhin den Hauptanteil aus. Musikkollegium (Orchester), Kunstverein (Kunstmuseum), Technorama und Fotomuseum bleiben die Top 4. Sie sind sowieso in einer besonderen Lage, weil auch der Kanton sie unterstützt. Aufgrund des neuen Finanzausgleichsgesetzes hat sich indes der Finanzierungsmodus geändert. Eine zusätzliche Änderung ergab sich kurzfristig: Letzte Woche hatte der Regierungsrat bekannt gegeben, dass der Kanton den Kunstverein, das Fotomuseum und die Kunsthalle stärker als bisher unterstützen wird. Der Stadtrat nahm das zum Anlass, seinerseits die Subventionen für diese drei um 200 000 Franken zu kürzen. Das erklärt in der Tabelle den tiefen Fall der Kunsthalle im Waaghaus, die vom Kanton 100 000 Franken fest zugesichert bekam. Noch tiefer fällt die Villa Flora. Die bisherige Subvention von 100 000 Franken wird gestrichen. Personalkosten zahlt die Stadt weiter, solange der Betrieb noch läuft. Den gemeinsam mit dem Kanton geplanten Um- und Ausbau des Museums hatte der Stadtrat aus Spargründen schon im Sommer auf Eis gelegt. Vertragsverlängerung bis 2016 Dass der Stadtrat gestern eine Übersicht der Kultursubventionen vorlegte, hat zwei Gründe: Zum einen will er, wie er schreibt, den In­sti­tu­tio­nen eine gewisse Planungssicherheit geben. Zum anderen ist er gezwungen, den Gemeinderat einzubeziehen, weil (mit Ausnahme von Musikkollegium, Kunstverein und Technorama) die Subventionsverträge Ende 2013 auslaufen. Vorerst wollte der Stadtrat diese Verträge um ein Jahr verlängern, nun steht eine Verlängerung um maximal drei Jahre, also bis längstens Ende 2016, im Raum. Ende 2014 soll das neue Kulturleitbild der Stadt vorliegen, das als Grundlage auch für die Bemessung der Subventionsgelder dient. Es könnte daher sein, dass schon ab Januar 2016 neue Geschmacksnoten den Fruchtsalat prägen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch