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Oscar Pistorius wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen

Der südafrikanische Sportler Oscar Pistorius ist wegen fahrlässiger Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp schuldig gesprochen worden. Richterin Thokozile Masipa verkündete ihr Urteil am Freitag in Pretoria. Das Strafmass gab sie wie erwartet noch nicht bekannt.

Die Höchststrafe liegt bei 15 Jahren, aber auch eine Bewährungsstrafe ist möglich. Die Angehörigen des Opfers brachen laut dem Sender News24 beim Urteil in Tränen aus. Die Richterin legte nach dem Urteilsspruch eine Pause ein.

Schon am Donnerstag hatte Masipa einen Mord oder Totschlag ausgeschlossen. Für die Staatsanwaltschaft ist das Urteil eine schwere Niederlage. Denn aus Sicht der Anklage tötete Pistorius seine 29-jährige Freundin Steenkamp absichtlich, als er in der Nacht zum Valentinstag 2013 in seinem Haus durch eine geschlossene Toilettentüre schoss.

Der beinamputierte Paralympics-Star nahm den Schuldspruch mit Fassung auf. Pistorius zeigte kaum eine Regung, schien sich aber leicht vor Richterin Masipa zu verbeugen. Am Vortag hatte er wiederholt im Gerichtssaal geweint. Nach dem Urteil sass Pistorius still neben seiner Schwester.

Die Schüsse auf Steenkamp hat Pistorius nie bestritten. Er argumentiert aber, hinter der geschlossenen Toilettentür einen Fremden vermutet und aus Panik vor dem vermeintlichen Einbrecher geschossen zu haben.

Strafmass in einigen Wochen

Das Strafmass wird möglicherweise erst in einigen Wochen bekanntgegeben. In der Zwischenzeit können Staatsanwaltschaft und Verteidigung Gründe entweder für ein besonders hartes Urteil oder für mildernde Umstände vorlegen.

Masipa widmete sich am Freitag auch anderen Waffenvergehen: In zwei Fällen wurde Pistorius von den Vorwürfen freigesprochen. Schuldig sprach die Richterin ihn wegen eines Schuss-Vorfalls in einem Restaurant.

Pistorius stand seit dem 3. März vor Gericht - es war einer der spektakulärsten Prozesse in der südafrikanischen Geschichte. Insgesamt hatten Anklage und Verteidigung 36 Zeugen aufgeboten.

Pistorius kann gemäss dem Entscheid der Richterin bis zur Verkündung des Strafmasses gegen Kaution in Freiheit bleiben. Er dürfte zunächst ins Haus seines Onkels zurückkehren, wo er seit seiner Freilassung auf Kaution im vergangenen Jahr wohnt. Nach der Verkündung des Strafmasses in wenigen Wochen könnte er laut südafrikanischen Rechtsexperten sofort in ein Gefängnis gebracht werden.

Dann müsste Pistorius erneut einen Antrag stellen, um auf Kaution freizukommen, bis ein mögliches Berufungsverfahren abgeschlossen ist. Das neue Verfahren könnte rund ein Jahr dauern.

(sda)

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