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Paul Smith stellt Fragen ans Leben

Für die Songs auf dem fünften Album «Too Much Information» haben sich Maxïmo Park von der ­Literatur inspirieren lassen. Am Freitag spielen die Indie-­Rocker im Gaswerk.

Ihre Hits «Apply Some Pressure» und «Books From Boxes» liegen schon eine Weile zurück, und auch die grosse Zeit des Indie-Rock ist eigentlich vorbei. Doch Maxïmo Park sind immer noch da. Sie lassen sich auch nicht davon beirren, dass vergleichbare Bands wie Arctic Monkeys, Franz Ferdinand, Mando Diao und The Strokes musikalisch immer belangloser werden. Im Gegenteil: Die vier Jungs aus Newcastle sind hungrig – nach der Bühne und vielleicht auch nach dem Erfolg, den sie 2005 mit ihrem Debütalbum «A Certain Tiger» gefeiert hatten.Auf ihrem fünften Album «Too Much Information» haben Maxïmo Park zwar weniger Ecken und Kanten, dafür mehr Wave-Klänge und Synthesizer. Frontmann und Sänger Paul Smith erzählt in seinen Texten gerne vom Alltag in seiner Heimatstadt Newcastle. Oder, wie im Song «Leave This Island», von Fluchtfantasien.

Wenig Lichtblicke

Smith präsentiert eine Sammlung von Schnappschüssen schwindelerregender Auf und Abs des Lebens. In den Lyrics zollt er Autoren wie Lydia Davies oder Don DeLillo Respekt. Und auch der schottische Romancier Alan Warner hinterliess Spuren im Song «Leave This Island».Keine Frage: Smith ist ein Romantiker, davon kann man sich hier mehr als genug überzeugen. «Ich lese viel», sagte Smith kürzlich in einem Interview. Er habe in der Literatur nach Antworten auf seine Fragen ans Leben gesucht. Zu hören sind seine Erkenntnisse aber nicht nur in den Lyrics, sondern auch musikalisch: «Too Much Information» experimentiert mit elektronischen Elementen und orientiert sich an den aktuellen Trends.

Spannend bleiben nach Indie-Rock-Hype

Etwas gänzlich Neues kommt dabei jedoch nicht heraus. Lichtblicke bei dieser wirren Inspirationssuche in Literatur und Musik gibt es, doch weniges kann auch nach mehrmaligem Hören noch überzeugen. Bei den Fans und bei vielen Kritikern hat das Album trotzdem eine positive Resonanz. In Wirklichkeit ist es flach und platt, obschon technisch auf hohem Niveau.Es finden sich hier auch typische Maxïmo-Park-Songs wie «Give, Get, Take», in denen Smith’ zitternde Stimme neben viel Schlagzeug und Gitarre voll zur Geltung kommt. Doch abgesehen von den tanzbaren Songs bleibt unter dem Strich nur noch Smith’ Stil (er trägt noch immer den breitrandigen Hut als Markenzeichen) und Duncan Lloyds Gitarrenspiel übrig, um die Band auch nach dem Ende des Indie-Rock-Hypes noch spannend aussehen zu lassen.

Zurück in den Rausch

«Too Much Information» ist ein Album, in dem viel Information steckt. Es scheint fast, als sollte die fünfte Platte der Briten beschreiben, was für eine Band Maxïmo Park war und ist. Nimmt man diese Eigendeklaration ernst, dann sollte der Freitagabend im Gaswerk in einen Rausch wie in längst vergessenen Zeiten führen, als der britische Indie-Rock noch gross war. Vielleicht hat das Quintett im Gaswerk auch noch das eigene Bier «Maximo No. 5» dabei, das in der Heimatstadt Newcastle gebraut wird. Maxïmo Park: Freitag, 24. 10., 20.30 Uhr, Gaswerk, Untere Schöntalstrasse 19.

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