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Perfekter Abend vor Geisterkulisse

Basel. Der FC Basel reist mit einem 3:0-Vorsprung ins Viertelfinal-Rückspiel der Europa League. Zweimal Matias Delgado und Valentin Stocker waren die Torschützen gegen Valencia.

Die Krönung des Abends kam in der 90. Minute: Valentin Stocker lief seinem letzten Gegenspieler davon, sprintete Richtung Tor und schloss den letzten Basler Angriff einer bemerkenswerten Partie mit dem 3:0 ab. Fast 45 Minuten lang hatte Valencia zuvor vehement, aber vergeblich versucht, den 2:0-Rückstand zu reduzieren. Diesen hatte Delgado mit seinen beiden Toren in der 34. und 38. Minute bewerkstelligt.

Ausgerechnet Delgado, der seit seiner Rückkehr zum FC Basel im letzten Sommer nie die gleichen überragenden Leistungen gezeigte hatte wie bei seinem ersten Gastspiel beim FCB. Der Argentinier verdankte es seinem Status als Publikumsliebling, dass er in den letzten Monaten nicht stärker in die Kritik geriet. Und nun also die Erlösung in einem Spiel ohne Fans: sein zweites und drittes Tor in dieser Saison, die ersten seit dem letzten September, als er gegen Münsingen einen Foulpenalty zum 1:0-Sieg verwertet hatte.

Bemerkenswerte Leistung

Gestern waren die Treffer spektakulärer. In der 34. Minute traf er mit einem präzisen Schuss und vier Minuten später stand er im Strafraum goldrichtig, um den Pass von Valentin Stocker zu verwerten. Delgado schrieb zweifellos die schönste Geschichte des Abends. Doch er war bei Weitem nicht der einzige Basler, der sich Bestnoten verdiente. Was Basel zeigte, war einmal mehr beeindruckend – die komplizierten Personallage mit den Ausfällen von acht Spielern, die durchaus in der Startformation hätten stehen können, machte die Leistung nur noch bemerkenswerter.

Mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit nahm der FC Basel von Beginn an die Partie in die Hand. Ohne sich Konterangriffen auszusetzen oder grosses Risiko einzugehen, spielten sich die Gastgeber in der ersten Halbzeit jeweils vor das gegnerische Tor. Bis zum Doppelschlag von Delgado resultierten die Torchancen zwar aus Standardsi­tua­tio­nen oder Weitschüssen, doch die Zweifel, ob der Schweizer Meister mit dem spanischen Traditionsklub mithalten könne, waren ausgeräumt. Die Basler waren agil, scheuten nie einen Spurt oder einen Zweikampf. Vor dem 2:0 eroberten Stocker und Taulant Xhaka den Ball in der Platzhälfte von Valencia.

Valencia, das in den letzten neun Europacup-Partien ungeschlagen geblieben war, kann für sich immerhin in Anspruch nehmen, dass es im Verlauf der Partie stärker wurde. In der ersten Halbzeit hatte der FCB das Geschehen problemlos im Griff. Erst in der 45. Minute sorgte ein Schuss für eine Spur Gefahr. Nach der Pause waren die Spanier, die schon ab der 25. Minute ohne den verletzt ausgefallenen Genfer Philippe Senderos auskommen mussten, aktiver. Es flogen nun mehr Bälle durch den Basler Strafraum, als den Gastgebern lieb sein konnte.

Auch Glück beansprucht

Einige Male beanspruchte Basel Glück, um seinen fast schon idealen Zweitore-Vorsprung zu verteidigen. In der 50. und 56. Minute verpasste Paco Alcacer das Tor nur knapp, in der 69. flog ein Kopfball des Chilenen Eduardo Vargas um Zentimeter am linken Pfosten vorbei und in der 79. rettete Gaston Sauro in extremis gegen Vargas. Und auch Yann Sommer hatte seinen Anteil am an der «Null», weil er sich wie so oft auf der Höhe zeigte. Der Goalie wehrte zehn Minuten nach der Pause einen schön gezirkelten Schuss von Vargas stark ab und in der 90. Minute, unmittelbar vor dem 3:0, rettete er erneut mirakulös gegen den bedauernswerten Vargas.

In der zweiten Hälfte der Partie hatte Basel dann doch so intensiv verteidigen müssen, wie man es gegen die technisch starken Spanier im Vorfeld vermutet hatte. Mit einem 2:0 im Rücken fiel dies aber deutlich leichter. Da war auch die Absenz der Fans verkraftbar. Im Stadion machte bis auf einen stimmgewaltigen spanischen Radioreporter niemand viel Lärm. Rund 350 Personen waren im St. Jakob-Park, die meisten von ihnen von der UEFA geladene Gäste und Journalisten.

Für ein bisschen Stimmung in der Arena sorgten die hartgesottenen Basler Fans, die sich hinter der Muttenzerkurve, also ausserhalb des Stadion versammelt hatten. Dank TV-Bildern und deshalb mit etwas Verspätung auf das tatsächliche Geschehen kommentierten sie die Szenen auf dem Platz mit Pfiffen, Jubel und Gesängen. Sein Maximum erreichte der Lärmpegel nach dem 3:0. Der dritte Treffer ist ein grosser Schritt Richtung zweiter Europa-League-Halbfinal in Folge. (si)

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