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Perlen im Opernreigen

Pereiras letztes Opernprogramm für Salzburg war nicht brillant, aber auch nicht so schlecht, wie manche Feinde des Intendanten wohl gern gesehen hätten.

Der Start aber ging daneben: Der «Don Giovanni» mit den Wiener Philharmonikern unter Dirigent Christoph Eschenbach in der Inszenierung von Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf veranlasste das Feuilleton völlig zu Recht zu Formulierungen wie «Lustkiller» («Wiener Zeitung») oder «Viele Problemzonen» («Kurier»). Im Blätterwald wesentlich besser weggekommen ist «Charlotte Salomon» von Marc Andre Dalbavie in der Inszenierung von Luc Bondy. Die FAZ schrieb von einem «funkelnden Juwel der diesjährigen Festspiele», und der Kollege von der «Süddeutschen» schrieb von einem «Sog», an dem «das exzellente, virtuos agierende und sängerisch grossartig engagierte En­sem­ble seinen Anteil» hatte.

Betörender «Rosenkavalier»

Als triumphal kann der neue «Rosenkavalier» gewertet werden. Regisseur Harry Kupfer, Dirigent Franz Welser-Möst und die Wiener Philharmoniker bekamen in so gut wie allen relevanten Medien volle Punkte. Die «Presse» verteilte «eine Rose für die Regie», in der «Wiener Zeitung» stand von «Sternstunde» und «herrlichem Spiel» der Musiker zu lesen. Derartig einhellige Begeisterung löste in Verdis «Trovatore» nur Anna Netrebko aus: «Annas Sternstunde». Das Konzept von Regisseur Alvis Hermanis, die Handlung in ein kunsthistorisches Museum zu verlegen, überzeugte nicht restlos.

Alles andere als vernichtende Urteile hätten im Falle von Schuberts «Fierrabras» überrascht. Ingo Metzmacher hat die Wiener Philharmoniker eher unspektakulär dirigiert, und auch die durchaus prominente Sängerbesetzung lieferte nichts Herausragendes. Und Peter Stein hat derart extrem statisch und altbacken inszeniert, dass es schon wieder amüsant wirkte. Die Oper wurde trotz des versteinerten und unbeweglichen Regiekonzepts ausgiebig beklatscht. Schubert hat gesiegt. Christoph Lindenbauer, apa

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