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Peru – das lange Warten auf den Erfolg

Seit 1982 hat sich Peru nicht mehr für eine WM-Endrunde qualifiziert. Also dient die Mannschaft auch jetzt nur als Testgegner.

Was war das, aus Sicht der Peruaner, für eine WM, als sich ihre Mannschaft 1970 in Mexiko erstmals seit 1930 mit den Grossen der Welt messen konnte. Der ­berühmte Abwehrchef Hector Chumpitaz dirigierte, Hugo Sotil dribbelte und Teofilo Cubillas schoss Tore, fünf an der Zahl. Erst der nachmalige Weltmeister Brasilien stoppte die Peruaner in den Viertelfinals. Später kam ­Sotil beim FC Barcelona unter, und in der Schweiz erregte 1973 Cubillas’ Transfer zum FC Basel Aufsehen.

Allerdings war dem vom Unternehmer Ruedi Reisdorf ­initiierten Coup kein Erfolg ­beschieden. Cubillas’ damaliger Mitspieler Ottmar Hitzfeld erinnert sich zwar heute noch an einen brillanten Fussballer, der sich aber «nicht so richtig akklimatisieren konnte». Selbst «auf tiefstem Boden spielte er mit Nockenschuhen», schmunzelt Hitzfeld. Auf jeden Fall zog Cubillas schon nach wenigen Monaten und wenigen Toren für den FCB weiter zum FC Porto. Manche denken, die Schwierigkeiten, sich in Basel zu akklimatisieren, ­hätten auch an Mitspieler Karl Odermatt gelegen, dem Basler Denkmal, das nicht amüsiert wirkte, als er des Kollegen Gehalt erfuhr.

Vorbei sind längst die Zeiten, da die Peruaner international positiv auffielen. 1982 spielten sie an der WM in Spanien nochmals, seither verpassten sie noch in ­jeder Ausscheidung einen Platz unter den Besten Südamerikas klar. So war es auch auf dem Weg, der sie nach Brasilien führen sollte. Nach fünf Spielen hatte Peru erst drei Punkte auf dem Konto, die Chancen waren dahin. Am ­Ende lag Uruguay als Fünfter auf dem Playoff-Platz zehn Punkte vor Peru!

Dabei haben die Peruaner einzelne sehr gute Fussballer, angeführt von Claudio Pizarro, dem bald 36-jährigen Stürmer Bayern Münchens, der bester ausländischer Skorer in der Bundesliga-Geschichte ist. Oder Jefferson Farfan, der Flügelmann von Schalke 04, oder Paolo Guerrero, zurzeit bei den Corinthians São Paulo, vorher jahrelang bei den Bayern und dem Hamburger SV. Aber heute tritt Peru in Luzern ohne Spieler wie sie an oder Juan Vargas von Fiorentina. Anstelle des Veteranen Pizarro sollen Jüngere getestet werden; Guerrero wurde vom Klub nicht freigegeben, Vargas an der Leiste operiert.

Also verwundert nicht, dass Peru in seiner Rolle als Testgegner für europäische WM-Starter am vergangenen Mittwoch beim 0:3 gegen England chancenlos war. Es war der erste Match unter dem Uruguayer Pablo Bengoechea (49), der im März vom Assistenten zum Cheftrainer befördert worden war. hjs

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