Handball

Pfadi lässt sich nicht vom Weg abbringen

Mit dem 25:22-Sieg beim HC Kriens-Luzern gewinnt Pfadi die umkämpfte Halbfinalserie 3:1 und tritt ab 14. Mai im Playoff-Final gegen Titelverteidiger Kadetten Schaffhausen an.

Pfadi-Siegesfeier in Kriens. Der Finaleinzug ist geschafft.

Pfadi-Siegesfeier in Kriens. Der Finaleinzug ist geschafft. Bild: Martin Deuring

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Von zuvor sieben Playoff-Serien der Neuzeit hat Pfadi nur eine ­gewonnen. Gestern Abend in der übervollen Krauerhalle in Kriens kam der zweite Sieg hinzu. Zum ersten Mal seit 2014, als man den BSV Bern im Halbfinal 3:0 aus­geschaltet hatte, um anschliessend den Kadetten 0:3 zu unterliegen, stehen die Winterthurer wieder in einem Playoff-Final. Sie schafften die Qualifikation mit Verzögerung: Nachdem sie das erste Spiel der Best-of-5-Serie in der Eulachhalle verschenkt hatten, reihten sie drei Siege in Folge an; gestern gewannen sie zum zweiten Mal auswärts.Entsprechend überschwänglich nach diesem Warten und der Wende verlief Pfadis Jubel. «Ich bin überglücklich, dass wir im ­Final sind», freute sich Trainer Adrian Brüngger. Eine kleine ­Serie des Scheiterns seit dem Cupsieg 2015 fand ein Ende. «Wir mussten uns diesen Erfolg hart erkämpfen. Aber er war auch sehr verdient.»

Reserve verteidigt

Die Winterthurer hatten nach dem 0:1-Start in die Serie den richtigen Kurs gefunden, gewannen die folgenden zwei Partien und liessen sich auch gestern bei der greifbaren Entscheidung nicht mehr vom Weg abbringen. Sie brachten sich nach einem 5:6-Rückstand erstmals in Führung (8:6), bauten diese bis zur Pause aus (13:10). Den letzten Versuch der Krienser machte Torhüter Matias Schulz mit seiner neunten Parade zunichte.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit setzte sich Pfadi auf 16:10 ab. «Wir starteten verschlafen in die zweite Hälfte», bedauerte der HCK-Kreisläufer Christian Wipf. «Pfadi war da einen Tick schneller. Das machte den Unterschied aus; wir konnten nie mehr ganz aufholen», ergänzte der gebürtige Marthaler.

Mit dem 16:10 verschafften sich die Winterthurer eine wichtige und letztlich vorentscheidende Distanz. Aber sie verpassten es, eine noch grössere Differenz zwischen sich und den Gegner zu bringen. Ungeschickte Zeitstrafen Pfadis und eine sehr mässige Angriffsquote (mit nur zwei Toren aus neun Anläufen) liessen den HC Kriens-Luzern mit dem 20:18 wieder hoffen. In dieser Halbzeit war nun der Krienser Paul Bar der bessere der Torhüter.

Doch erneut (zum wiederholten Mal in den Spielen 2 bis 4) liessen sich die Winterthurer nicht ganz von der Rolle bringen. «Wir haben die Nerven nicht verloren, sind nie aus dem Konzept gefallen und haben extrem ab­geklärt gespielt», betonte Captain Marcel Hess. Zugleich brachte die Abwehr die Krienser ­Angreifer oft unter Zeitnot. Das Resultat: Pfadi hielt die Distanz. «Wir sind eigentlich nie in Gefahr gelaufen», meinte Hess. Eng wars, aber nie brennend eng.

Als Jonas Langerhuus, der treffsicherste Winterthurer, der in Halbzeit eins mit Weitwürfen aufgefallen war, 140 Sekunden vor Ende auch seinen vierten Penalty des Abends verwertete, war die Angelegenheit mit dem 23:19 eigentlich gelaufen. Spätestens aber nach dem 24:20 von Oliver Scheuner, der einmal mehr keinen Fehlwurf hatte.

Varianten und die Defensive

Was machte den Unterschied aus? Pfadi spielte sein Plus an Rückraumalternativen aus, während der HCK mit vier Aufbauern durchspielen musste. Dass diese trotzdem kaum nachliessen, war bemerkenswert. Pfadi war dank seinen personellen Varianten ­unberechenbarer. Gestern übernahm Langerhuus die Skorerrolle, wogegen Filip Maros, am Freitag der wichtigste Schütze, diskreter blieb. Als Spielmacher trat zwischendurch (auch in der ­starken Phase vor und nach der Pause) Kevin Jud auf und leistete wesentlichen Anteil. Klar steigerungswürdig ist das Überzahlspiel.

In zusammengerechnet 2,5 Spielen war Schulz der überragende Torhüter. Bar gab den Ton in1,5 Partien an. In der Abwehr war Pfadi gestern tendenziell besser als der HCK. Für Brüngger sei «Michal Svajlen der Mann des Spiels» gewesen, lobte er seinen Abwehrchef. «Was er heute alles aufgeräumt hat . . .» Insgesamt führte die Defensive (inklusive Keeper) Pfadi in den Final; beim 21:30-Taucher im ersten Match hatte sie noch keine Rolle gespielt.

«Hart, fair, emotional»

Die Krienser gaben auch im vierten Spiel einen harten Gegner ab. «Sehr hartnäckig» seien diese ­gewesen, meinte Brüngger. «Ein ganz ehrlich gemeintes Kompliment an diese Mannschaft. Sie hat nie aufgehört zu kämpfen», zollte er dem diesjährigen NLA-Dritten Respekt.

«Ein gutes Spiel» hatte auch Christian Wipf gestern miterlebt. Der Krienser aus Marthalen beschrieb die intensive, sehenswerte Begegnung sehr zutreffend: «Es war das beste Spiel dieser ­Serie, hart, fair und voller Emotionen.» Und geleitet von Schiedsrichtern, die einen guten Job ablieferten.

Das 500. Spiel für Hess

«Ich bin froh, dass ich dieses Spiel so in Erinnerung behalten kann», lächelte seinerseits Marcel Hess. «Das Wichtigste war natürlich der Sieg – aber so ist er umso schöner.» Der Grund: Der 34-jährige Captain, der unermüdliche Kämpfer und Spieler mit enormem Einfluss, bestritt gestern sein 500. NLA-Spiel. Der Rekordspieler gewann, qualifizierte sich für einen Final und konnte als angenehmen Nebeneffekt den Preis für den besten Pfadi-Spieler entgegennehmen. Ein perfekter Tag.

2015 gegen St. Otmar und 2016 gegen Wacker Thun war Pfadi mit Heimvorteil in den Playoff-Halbfinal gestartet – und gescheitert. Diesmal richtete man sich aus Rücklage wieder auf. Ein Zwischenziel auf dem Weg zum an­gestrebten Titel ist erreicht. «Der schwierigste Teil kommt erst noch», blickt Brüngger auf die Final­serie gegen die Kadetten, die am 14. Mai in Schaffhausen beginnt. (Landbote)

Erstellt: 23.04.2017, 21:31 Uhr

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