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Pfadi und Cevi auf Nachwuchssuche

Winterthur. Die Jugendverbände warben erfolgreich neue Kinder. Um den Mitgliederschwund zu stoppen, müssten sie aber auch Ausländerkinder ansprechen.

Der ewig währende Kampf zwischen den beiden Jugendverbänden Pfadi und Cevi erlebt einen zwischenzeitlichen Höhepunkt: Am Samstag führten beide gleichzeitig einen Schnuppernachmittag durch – zum selben Thema. 16 Abteilungen der Pfadfinder und 15 Gruppen ­ des Schweizer Verbandes des Christlichen Vereins Junger Frauen und Männer versuchten in der Region Winterthur unter dem Motto Schatzsuche neue Mitglieder anzuwerben – der Cevi auf nationaler Ebene, die Pfadi auf kantonaler. Trotz der massiven Konkurrenz durch den jeweils anderen verbuchen beide den Tag als vollen Erfolg. «Wir haben nie mit so vielen Kindern gerechnet», sagt Dominic Schmid vulgo Maribu, Regionsleiter der Pfadi Winterthur, und auch Cevi-Tag-Projektleiter Gregor Gubser vulgo Obi verkündet: «Das Programm hat voll ins Schwarze getroffen.» 170 neue Kinder interessierten sich für eine der Winterthurer Pfadis und rund 90 besuchten eine Cevi-Gruppe. Zum Vergleich: Die Pfadi Region Winterthur hat knapp 1400 Mitglieder, der Cevi Region Winterthur-Schaffhausen etwa 1800. Solche Erfolge wie die Schnuppernachmittage haben die Jugendverbände auch bitter nötig. Landesweit hatte die Pfadi, als grösster nationaler Jugendverband, vor fünf Jahren noch 45 000 Mitglieder, mittlerweile sind es 3000 weniger. Ähnlich dramatisch sieht es beim Cevi aus. 2008 waren es noch rund 19 000, aktuell ungefähr 15 000. Damit liegt der Cevi auf dem dritten Platz hinter Pfadi und Jungwacht Blauring. Zu wenig Ausländer Woran liegt das? Peter Marti, Jugendarbeiter in Oberwinterthur, glaubt, das Problem sei die mangelhafte Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. «Die Jugendverbände haben sich den Veränderungen in der Schweizer Bevölkerung nicht angepasst.» Pfadi-Regionsleiter Schmid räumt ein, dass die Pfadi die Integration ausländischer Kinder ein wenig verpasst habe. «Eigentlich wäre die Pfadi das ideale Mittel, um Ausländer zu integrieren», sagt er, «das Pro­blem ist wahrscheinlich, dass viele Ausländereltern die Pfadi nicht kennen, weil sie zu wenig bekannt war in ihrem Herkunftsland.»

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