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Pflege in der «Anstalt» war gestern

Seit 30 Jahren leben Betagte und Pflegebedürftige im Pflegezentrum Eulachtal. Am Wochenende wird dieses Jubiläum gross gefeiert – Zeit für einen Blick zurück und in die Zukunft.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Pflegeheime noch «Anstalt» hiessen, Bewohner noch «Insassen» und das Pflegepersonal als «Wärter» bezeichnet wurde. Vorbei ist auch die Zeit, in der «warm, satt und sauber» das oberste Gebot in der Pflege betagter und kranker Menschen darstellte. Aus dem Bett holen, füttern, pflegen und wieder ins Bett bringen – ein solches Dasein hat mit dem heutigen Leben der insgesamt 66 Bewohner im Pflegezentrum Eulachtal nichts mehr zu tun. Am Samstag feiert dieses sein 30-jähriges Bestehen.

«In den letzten 30 Jahren hat sich in der Pflege viel getan», sagt Geschäftsführer Johannes Baumann. Natürlich sei die Grundversorgung der Pflege- bedürftigen nach wie vor sehr wichtig. «Aber unser Fokus liegt vor allem auch auf der Lebensfreude», sagt er. Denn wer Freude am Leben habe, brauche weniger Medikamente und weniger Pflege. Manchmal sind es kleine Dinge, wie zum Beispiel selbst ausgewählte Mahlzeiten oder gemeinsames Basteln, die das Leben lebenswert machen. Aber auch grosse Anlässe wie gemeinsame Ferien im Tessin sind Teil des Programms im Elgger Pflegezentrum.

Keine Warteliste

Nicht nur Betagte leben im Pflegeheim Eulachtal. Auch jüngere Menschen kommen für die Rehabilitation nach Operationen oder bei schwerer Krankheit nach Elgg. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt nur 28 Tage. Doch auch das Sterben gehört zum Heimalltag. «Für viele beginnt hier der letzte Lebensabschnitt», sagt Baumann. Seit 2005 verlassen Verstorbene das Heim nicht mehr über die Tiefgarage, sondern durch den Haupteingang. 365 Tage lang ist das Pflegezentrum aufnahmebereit, es gibt keine Warteliste. «Wer Pflege braucht, bekommt sie bei uns zu jeder Zeit», sagt Baumann. Diese Flexibilität sei vor 30 Jahren noch kein Thema gewesen. «Der Eintritt hat damals ganz anders ausgesehen. Die Bewohner haben sich drei Monate vorher angemeldet und sind dann ins Heim gezogen.» Heute würden die Menschen nur noch kommen, wenn sie nicht mehr alleine leben könnten.

Ein Bau mitten im Flecken

1982 nahm das Pflegezentrum Eulachtal – damals noch Krankenheim genannt – mit 56 Betten den Betrieb auf. Dies nach jahrelanger Vorarbeit der sechs Gemeinden Bertschikon, Elgg, Elsau, Hagenbuch, Hofstetten und Schlatt, die 1969 die Gründung eines Zweckverbands beantragten. «Man erkannte damals, dass die Pflege von Betagten und Kranken zunehmend ein Bedürfnis der Gesellschaft war», sagt Dieter Lang, Präsident der Stiftung Eulachtal. Eine grosszügige Schenkung von einer Elggerin im Jahr 1979 ermöglichte schliesslich den Bau des Krankenheims an der Vordergasse – mitten im Flecken von Elgg. Stetig wurde es ausgebaut und modernisiert. Hinzu kamen im Laufe der Jahre unter der Dachmarke «Pflege Eulachtal» die Satellitenbetriebe «Lichtblick» in Elgg und «Zentrum Sonne» in Els­au. Auch die Spitex ist ins Haus integriert, was die Koordination der Pflege erleichtert. Seit 2003 heisst die In­sti­tu­tion nicht mehr Krankenheim, sondern Pflegezentrum Eulachtal. Ein moderates Wachstum strebe man auch in Zukunft an, sagt Lang. «Ein unpersönlicher Grossbetrieb wollen wir aber auch in Zukunft nicht werden.»

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