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Pflegebereich: Noch mehr Kündigungen

Nicht nur bei den Heimärzten, sondern auch bei der Spitex und anderswo im Sozialdepartement ist es letzthin zu vielen Ab­gängen wichtiger Mitarbeiter gekommen. Er wolle das nicht verharmlosen, aber auch nicht überbewerten, sagt der Departementsleiter.

Im Bereich Alter und Pflege im Sozialdepartement ist Feuer unter dem Dach. Alle vier Heimärzte, also die speziell für die Bewohner der städtischen Altersheime zuständigen Ärzte, haben seit Frühling gekündigt. Sie beanstanden, dass ihre Mitspracherechte zu gering und die Differenzen mit der Administration unüberwindbar seien. Nun wird klar: Nicht nur bei den Heimärzten gibt es eine Kündigungswelle. Auch im Kader von anderen Abteilungen des Bereichs haben sich in letzter Zeit die Abgänge gehäuft. In der Spitex mussten innert rund eines Jahres drei Führungspositionen wegen Kündigungen neu besetzt werden und im Bereich Personal haben 2011 und 2012 fünf Mitarbeiter gekündigt. Zudem räumte der erst kürzlich eingestellte Personalleiter den Posten. Der Vorsteher des Sozialdepartements, Nicolas Galladé (SP), bestätigt diese Abgänge, über die der «Landbote» in Form eines offenen Briefs in Kenntnis gesetzt worden ist, der auch an sämtliche Gemeinderatsmitglieder ging. Allerdings relativiert der Stadtrat die Bedeutung dieser Zahlen. Galladé betont einerseits, dass es nicht sechs, wie in dem Brief angegeben, sondern insgesamt zwölf Gruppenleiter bei der Spitex gebe, sechs Pflegeleiterinnen und sechs Leiterinnen Haushilfe; im Personalbereich seien es 5 von 14 und nicht 5 von 10. Im Bereich Alter und Pflege insgesamt habe es zwar «in der Tendenz» tatsächlich überdurchschnittlich viele Abgänge gegeben. Es sei aber noch nicht klar, wie dies zu bewerten sei. «Wenn man selektiv einzelne Abteilungen herausnimmt, findet man immer Bereiche mit vielen Abgängen.» Zudem habe ein Branchenvergleich gezeigt, dass die Fluktuation in Winterthur unterdurchschnittlich tief sei. «Betreuung sichergestellt» Er wolle nicht verharmlosen, versichert Galladé. Die Si­tua­tion sei ihm bekannt und er werde «genau hinschauen», um zu klären, war­um es zu den Abgängen gekommen sei. Der Departementschef wiederholt aber, dass er nicht auf äusseren Druck hin in einem «Schnellschuss» Massnahmen ergreifen wolle, die möglicherweise nicht gerechtfertigt seien. Damit stellt er sich weiterhin vor den Bereichsleiter Andreas Paintner. «Gravierend wäre es, wenn wir die Menschen nicht mehr so gut betreuen könnten wie bislang», sagt Galladé. Dies sei aber derzeit nicht der Fall. Dem widerspricht ein ehemaliger Mitarbeiter aus dem Bereich Alter und Pflege, der nicht genannt sein möchte. «Die Angehörigen der betreuten Personen sollten mehr auf die Barrikaden gehen», sagt er mit Blick auf die Kündigungen der Heimärzte. Und: «Ich bin fest überzeugt, dass das, was in diesem Bereich passiert, der Stadt schadet.» Kritiker seien in den Teams unbeliebt und hätten einen schweren Stand. Mit Bezug auf den abgegangenen Personalleiter des Bereichs sagt Galladé, es sei zu einer «einvernehmlichen Auflösung des Arbeitsverhältnisses gekommen». Im offenen Brief ist davon die Rede, dass der Angestellte wegen Differenzen mit der Bereichsleitung das Feld habe räumen müssen. Mit der Häufung der Kündigungen bei den Heimärzten hat sich im Frühling bereits der Gemeinderat beschäftigt. In seltener Einstimmigkeit verabschiedete das Parlament im April eine dringliche Interpellation, die Sozialvorsteher Galladé aufforderte, schnell Klarheit zu schaffen und aufzuzeigen, wie die medizinische Betreuung der Betagten in den Altersheimen künftig organisiert werden soll. Galladé lieferte die Antworten prompt. Doch im Gemeinderat löste der Bericht Mitte Juni Kritik aus. Parlamentarier verschiedener Parteien zweifelten an dem Willen der Verwaltung, den Konflikt in seiner ganzen Tiefe aufzuarbeiten.

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