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Pistorius ist nun doch kein Mörder

Die Urteilsverkündung gegen Oscar Pistorius ist auf heute vertagt worden. Der Läufer wurde jedoch bereits gestern vom Mordvorwurf freigesprochen.

Richterin Thokozila Masipa hat Oscar Pistorius von der Mordanklage freigesprochen. Dieser, von Beginn des Prozesses an hoch emotional, sass auch gestern mit rotem Gesicht im Gerichtssaal, als Masipa die Urteilsverkündigung damit begann, alle Fakten zusammenzufassen. Der Leichtathlet hatte seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen. Die Richterin beschrieb die «Rücksichtslosigkeit», mit welcher er auch zuvor in der Öffentlichkeit mit Waffen umgegangen war. Er sei ausserdem «ein schlechter Zeuge» gewesen, der seine Version der Ereignisse während des Kreuzverhöres mehrmals geändert habe. Eine Konstante sei jedoch, dass er in dem Glauben gewesen sei, ein Einbrecher hätte sich durch ein offenes Fenster Zugang zum Badezimmer verschafft. Daraufhin habe Pistorius seine Waffe gegriffen, sei auf die Badezimmertür zugegangen und wusste dann nicht mehr, was er tat: «Bevor ich wusste, was geschah, hatte ich vier Schüsse abgegeben.» Richterin Masipa befand es aufgrund seiner inkonsequenten Aussagen jedoch als unklar, ob Pistorius die Absicht hatte zu schiessen. Laut der Richterin konnte Pistorius Recht von Unrecht unterscheiden, als er schoss, und war damit schuldfähig. Die Anklage glaubt, dass Pistorius Steenkamp nach einem Streit absichtlich erschossen hat. Ausser den beiden war allerdings niemand bei der Tat anwesend. Andere Zeugenaussagen waren wegen der Entfernung zu Pistorius’ Haus von unzuverlässiger Natur.

Beweislage nicht ausreichend

Die Beweislage der Mordanklage sei ausschliesslich auf Indizien gestützt, resümierte die Richterin, der Staat habe nicht zweifelsfrei beweisen können, dass Pistorius des vorsätzlichen Mordes schuldig sei. Nach einer Pause begann Masipa, andere Verurteilungsmöglichkeiten zu besprechen und erklärte: «Die Tatsache, dass die Person hinter der Tür sich als die Verstorbene und nicht als Einbrecher entpuppte, ist irrelevant.» Die wichtige Frage sei die nach seiner Fahrlässigkeit: «Herr Pistorius hätte die Sicherheitsmänner rufen können. Es gibt keinen Grund, warum er das nicht hätte machen können, bevor er sich mit einer geladenen Waffe zum Badezimmer bewegte.» Nach einer verlängerten Mittagspause vertagte Masipa die Verhandlung. Heute soll der Fall Pistorius mit dem Urteil nach 18 Monaten einen Abschluss finden.

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