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Planungsbüros kommen an die kurze Leine

Zu viel ausgegeben, zu wenig informiert: Im Juni wurde der Vorstand der Zürcher Planungsgruppe Weinland hart kritisiert. Jetzt will er einen Neustart.

Denken die Vorstandsmitglieder der Zürcher Planungsgruppe Weinland (ZPW) an die letzte Delegiertenversammlung in Dorf zurück, werden ihre Gesichter ernst. So jedenfalls war es am Montag an einem Medientermin in Andelfingen. Denn die Versammlung hatte Züge einer «Chropfleerete» angenommen, bei der die ZPW-Spitze viel Kritik einstecken musste. Unmittelbarer Anlass war das überzogene Budget 2013. Wegen Arbeiten an den Gesamtrevisionen von regionalem und kantonalem Richtplan entstanden bei der ZPW stattliche Mehrkosten. Total wurden rund 246 000 Franken ausgegeben; das Budget sah bloss 173 700 Franken vor. Der Zweckverband ist die «Stimme der Region» in grossen Planungsprozessen und wird dabei stark von Ingenieurbüros unterstützt. Der Vorstand erklärte die Kostensteigerungen damit, dass sich der Aufwand nur sehr schwer habe einschätzen lassen. Doch das Geld war nicht der einzige Kritikpunkt, mindestens ebenso wurde die Informationspolitik des Vorstands beanstandet. So nannte ein ZPW-Delegierter sein Amt einen «Frust-Job», wie die «Andelfinger Zeitung» nach der Versammlung berichtete. Einmal pro Jahr komme man zusammen, und von den Entscheiden des Vorstands in der Zwischenzeit erfahre man nichts. Strengere Kontrollen Allerdings wurde an der Delegiertenversammlung nicht nur kritisiert, sondern auch der halbe Vorstand erneuert, denn einige langjährige Mitglieder hatten im Vorfeld ihren Rücktritt gegeben. Die neue Crew will jetzt einen Neustart wagen, wie sie am Gespräch in Andelfingen betonte. Dies bedeute nicht, dass die Vorgänger alles schlecht gemacht hätten. Ein paar Reformen drängten sich allerdings auf. So soll die Kontrolle des Budgets verstärkt und die Planungsbüros an die kurze Leine genommen werden. Künftig wird an jeder Vorstandssitzung der Aufwand überprüft. Ausserdem hat die ZPW-Leitung mit den zwei Ingenieurbüros Planar sowie Bachmann Stegemann +Partner eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen und darin etwa Abrechnungsmethoden oder Aufgabenbereiche festgehalten. Die Rahmenbedingungen seien jetzt viel enger gefasst, sagte Inge Stutz, die neue ZPW-Präsidentin. Bisher habe es «nichts Schriftliches» gegeben. Zudem strebt der Vorstand neu eine Finanzplanung über mehrere Jahre an – wobei dies an dem Anlass sogleich wieder relativiert wurde. Grund dafür ist die «Sandwich»-Position der ZPW zwischen Kanton und Gemeinden. Wenn der Kanton um Stellungnahme zu einem Thema bittet, sollte sie eine abgeben. Jüngstes Thema: Renaturierung der Gewässer (siehe Kasten). In Zukunft legt Präsidentin Stutz jedoch fest, wie umfangreich die von den Planern ausgear­bei­te­ten Stellungnahmen ausfallen sollen. Neben verstärkter Kostenkontrolle will der Vorstand auch die Delegierten mehr einbeziehen. Künftig gibt es für sie zwei Versammlungen, zudem erhalten sie Newsletters und vor den Sitzungen die nötigen Dokumente. Neu soll die ZPW auch eine Website erhalten. Ob genug Geld vorhanden ist, um sie bis zur nächsten DV im Frühjahr 2015 aufzuschalten, ist allerdings noch offen.

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