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Polizei treibt streikende Minenarbeiter in Südafrika auseinander

Mit Gewalt hat die südafrikanische Polizei rund 3000 streikende Bergarbeiter vor einer Mine im Norden des Landes auseinandergetrieben. Die Einsatzkräfte setzten Gummigeschosse und Blendgranaten ein. Zwei Arbeiter wurden wegen öffentlicher Gewaltausübung festgenommen

Die Streikenden hätten "gefährliche Waffen wie Knüppel und Stöcke bei sich getragen", eine Strasse bei der Mine Khuseleka 1 des Betreibers Anglo American Platinum (Amplats) blockiert und arbeitswillige Kollegen bedroht, begründete die Polizei am Dienstag ihren Einsatz.

Die Lage im sogenannten Platin-Gürtel nordwestlich von Johannesburg ist angespannt. Tausende Minenarbeiter streiken für höhere Gehälter. Bis zu 80'000 Anhänger der als radikal geltenden, noch jungen Gewerkschaft AMCU fordern eine Verdoppelung des Einstiegsgehalts auf 12'500 Rand (rund 1000 Franken), die die Arbeitgeber als "unrealistisch" abgelehnt hatten. Die grossen Minenbetreiber in der Region sind neben Amplats der Konzern Impala Platinum (Implats) und Lonmin.

Ausschreitungen mit Toten

Im Jahr 2012 wurden in einer Platinmine von Lonmin 34 Menschen getötet, als die Polizei einen wilden Streik für höhere Löhne niederschlug. Bei anschliessenden Zusammenstössen starben weitere Menschen. Auch damals war ein Mindestlohn von 12'500 Rand gefordert worden.

Der Bergbau ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Stütze der südafrikanischen Wirtschaft. Er steht für 40 Prozent des Exports, ist eine bedeutende Devisenquelle und gehört zu den wichtigsten Arbeitgebern. Mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze hängen direkt vom Bergbau ab.

(sda)

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