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Polizeiangestellte steckte Luxusuhr ein

Am Flughafen ist eine Frau von der Sicherheitskontrolle fristlos entlassen worden, weil sie ein teures Fundstück einpackte.

Man kann nicht behaupten, am Flughafen würden Passagiere nicht vor Dieben gewarnt – aber wer schöpft schon Verdacht, wenn das Ge­gen­über eine Uniform mit der Aufschrift «Kantonspolizei» trägt? Vertrauensvoll legt man also an der Sicherheitskontrolle kostbare Wertsachen ins Körbchen und schickt sie auf die Reise durchs Röntgengerät. Vertrauen ist das wichtigste Kapital in diesem sensiblen Bereich des Flughafens. Deshalb wiegt das Fehlverhalten schwer, das sich eine Sicherheitsbeauftragte der Polizei geleistet hat. Das schreibt das Zürcher Verwaltungsgericht in einem gestern publik gemachten Entscheid. An die Öffentlichkeit dringt die Sache nur, weil die Frau sich mit rechtlichen Mitteln gegen ihre fristlose Entlassung gewehrt hat. Der Vorfall liegt schon eine Weile zurück. Am 13. Juni 2012 liess eine Passagierin in der Sicherheitskontrolle des Flughafens eine Uhr im Wert von 5400 Franken liegen; der Preis einer einfacheren Rolex. Als sie ihren Verlust bemerkte, begann eine Suchaktion, die aber erfolglos blieb – bis die später entlassene Polizeiangestellte plötzlich mit der Uhr auftauchte. Sie habe diese neben dem Monitor des Röntgengeräts gefunden, sagte sie. Seltsam war nur: Genau dort hatten ihre Kollegen zuvor schon gesucht. Ohne Ergebnis. Die Aufnahmen der Überwachungskameras brachten Licht ins Dunkel: Die Frau hatte in einem unbeobachteten Moment etwas aus ihrer Hosen- tasche gezogen und neben den Bildschirm gelegt. Dann entfernte sie sich, nur um kurz dar­auf zurückzukehren und die Uhr dort zu «finden». Damit konfrontiert, gestand die Frau, die Uhr in ihrer Hosentasche getragen zu haben – sie habe aber keine Ahnung, wie diese dorthin gelangt sei. Auf keinen Fall habe sie das kostbare Stück stehlen wollen. Ihre Vorgesetzten befriedigte diese Geschichte aber nicht. Sie lösten das Anstellungsverhältnis sofort auf. Das Vertrauen sei zerstört. Die geschasste Frau nahm dies nicht hin, sondern forderte 23 000 Franken Entschädigung: ihren Lohn bis zum Ende der regulären Kündigungsfrist und dar­über hinaus sechs zusätzliche Monatslöhne, alles plus Zinsen. Die Zürcher Sicherheitsdirektion wies diese Forderung aber genauso zurück wie nun auch das Verwaltungsgericht. Das Burnout war nicht schuld Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die Frau inzwischen eine Erklärung für ihr Verhalten hatte. Ein Arztzeugnis attestierte ihr Sym­pto­me, die auf ein Burnout hindeuteten – Umstände, unter denen es zu Fehlleistungen kommen könne. Das Gericht äusserte jedoch Zweifel an der Relevanz dieses Zeugnisses, denn es entstand erst zwei Monate nach dem Vorfall. So oder so lasse sich ihr Verhalten nicht mit beruflicher Überforderung erklären. Denn als erste hatten an jenem Tag andere Mitarbeiter die liegen gelassene Uhr entdeckt und sie neben dem Monitor deponiert. Die Frau war nicht involviert. Erst später habe sie die Uhr von dort weggenommen und eingesteckt. Das sei kaum eine versehentliche Fehlleistung gewesen und auch nicht Resultat unsorgfältiger Arbeit. Übrigens: Auch wenn die Frau das Logo der Kantonspolizei auf der Brust trug, war sie keine Polizistin. Die Sicherheitsbeauftragten sind Zivilangestellte. Sie dürfen keine Waffe tragen und niemanden kontrollieren, sondern sind einzig für den Sicherheitscheck zuständig. Viele arbeiten nach vierwöchiger Grundausbildung Teilzeit, zu einem Stundenlohn von 30 Franken. Obwohl die Sicherheitsbeauftragten ein reines Vorstrafenregister haben müssen, scheint die Möglichkeit von Diebstählen dort ein Thema zu sein. Im Dienstreglement steht nämlich explizit, dass es verboten sei, Fundgegenstände zu irgendeinem Zeitpunkt in die Taschen zu stecken. Der Grund: Erwischte Diebe können sich so später nicht herausreden, sie hätten ihre Beute bloss aufs Fundbüro bringen wollen.

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