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Positives Signal an «Mira»

Die einst umstrittene Fachstelle Mira darf im Auftrag des Kantons weiterhin Vereine darin beraten, wie sie sexuellen Übergriffen vorbeugen können.

Die Zürcher Fachstelle Mira hat im Kantonsrat Vertrauen zurückgewonnen. Noch vor zwei Jahren überwies der Rat ein Postulat, das der Mira den kantonalen Jahresbeitrag von 95 000 Franken streichen wollte. Gestern nun hat er dieses Ansinnen wieder begraben. Damit hat die Mira auch in Zukunft die Mittel, um Vereine in der Prävention sexueller Ausbeutung zu beraten.

In Misskredit war die Fachstelle wegen des «Kletterlehrer-Falls» geraten. 2011 kam heraus, dass ein Sportinstruktor des Kletterzentrums Greifensee über längere Zeit Kinder und Jugendliche missbraucht hatte. Gleichzeitig wurde klar, dass die Mira von den Vorwürfen seit Jahren gewusst hatte. Anstatt Opferschutzstellen oder die Polizei zu avisieren, führte sie selbst mit dem Täter sogenannte Konfrontationsgespräche. Mit dem Ergebnis, dass er unbehelligt blieb und erneut Übergriffe verübte.

Fast keine Intervention mehr

Corinne Thomet (CVP, Kloten) verlangte daraufhin, der Kanton solle sich von der Mira distanzieren. Heute findet sie das nicht mehr nötig. Das kantonale Amt für Jugend und Berufsberatung habe die Mira in den letzten Jahren an die kurze Leine genommen und mit ihr das Beratungskonzept neu aufgegleist, sagte sie gestern. Die Fachstelle konzentriere sich nun auf Prävention statt Intervention. Ein Gutachten habe ihr im Herbst ein gutes Zeugnis ausgestellt.

Damit war der Weg frei, Thomets Postulat abzuschreiben. Einwände gab es keine. Rochus Burtscher (SVP, Dietikon) machte aber dar­auf aufmerksam, dass Interventionen nach wie vor einen kleinen Teil der Mira-Arbeit ausmachten. Darauf, so forderte er, sei ab sofort ganz zu verzichten. (awe)

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