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Postgebäude: Unten belebt, oben noch leer

Der Hindernislauf um und in der Hauptpost am Bahnhofplatz hat ein Ende. Das umgebaute Postgebäude steht der Kundschaft wieder zur Verfügung.

Postangestellte beglückten Kundinnen und Kunden gestern mit gelben Rosen. Denn die Post hat etwas zu feiern. Endlich ist in und um die Hauptpost fertig gebaut. Über zwei Jahre lang verkam der Post- zum Baustellenbesuch. Doch jetzt erstrahlt das in den Jahren 1896 bis 1899 erbaute Hauptpostgebäude am Bahnhofplatz in neuem Glanz. Es wurde nach einem Projekt der Winterthurer Architekten Stutz Bolt Partner für rund 35 Millionen Franken saniert und umgebaut. 14 Postschalter Betritt man das Gebäude durch den linken Haupteingang, wähnt man sich nicht unbedingt in einer Poststelle. Der Schalterhalle vorgelagert ist ein langer, schlichter Gang mit auffälligen senkrechten Leuchten. Danach tritt man in eine fast 16 Meter hohe, halbrunde Halle. Sie ist in bronzefarbenem Metall und Glas gehalten. Den direkten Blick auf die Schalter versperren Verkaufsgestelle mit Papeterieartikeln, Kaffeemaschinen oder Schmuck. Insgesamt gibt es in der neuen Post 14 Schalter, zwei mehr als früher. Sie sind bezeichnet mit Buchstaben von A bis O (ohne J). Links und rechts im Raum findet sich zudem je eine Beratertheke von Postshop und Postfinance. Hier können Kunden ein Konto eröffnen oder Mobile-, TV- und Internet- abos abschliessen sowie Finanzberatungen beanspruchen. Anbau stand bisher leer Wer den rechten Haupteingang benutzt, landet übrigens nicht in der Post, sondern bei der Manta- Bar, die bereits seit vergangener Woche auf 180 Quadratmetern Fläche eine Sandwichtheke mit grosszügigen Sitzmöglichkeiten sowie Kaffee- und Alkoholausschank betreibt. Nötig wurde der Post-Umbau, weil seit dem Auszug des Briefzentrums der im Jahr 1995 erbaute Anbau im Hinterhof leer stand. Die Schalterhalle war 2003 letztmals erneuert worden. Die Planung für den Umbau begann 2008. Seit dem Februar 2012 wurde tatsächlich umgebaut. Mit Rollstuhl von der Seite Von aussen fällt vor allem auf, dass nicht mehr zwei kleine Treppen und Rampen zu den Eingängen führen, sondern eine grosse Treppe über die ganze Breite verläuft. Das hat zur Folge, dass Menschen mit Rollstuhl oder Kinderwagen die drei vorderen Eingänge nicht benutzen können. Man habe diese Besucher nicht vergessen, versichert Architekt Thomas Hauck von Stutz Bolt Partner. Für sie wurde an der rechten Seite ein fast ebenerdiger Zugang gebaut, der jedoch nur über Umwege zur Schalterhalle führt. Dies stiess einigen Betroffenen sauer auf. Gemäss Hauck hat man auch wegen der engen Platzverhältnisse beim Bahnhofplatz auf eine Rampe vorne verzichtet. Die augenfälligste Änderung im Innern ist der Ersatz des bestehenden Betriebsgebäudes im Hinterhof durch den neuen, halbrunden, verglasten Anbau. Das Postgebäude ist ein überregionales Schutzobjekt. Deshalb begleitete und unterstützte die kantonale Denkmalpflege den Umbau. Unter anderem wurden die drei Eingänge wiederhergestellt und die Rückfassade im Innenhof sichtbar gemacht. Ganz neu sind die Liftanlagen zu den Geschäftsflächen im Obergeschoss sowie eine Tiefgarage mit 20 Plätzen. 10'000 Quadratmeter Nutzfläche Während des Umbaus galt es einige Schwierigkeiten zu bewältigen. So war es eine Knacknuss, den Betrieb der Poststelle und der Telefonzentrale der Swisscom stets aufrechtzuerhalten. An der Zentrale, die in den oberen Gebäudeetagen steht, hängen rund 20'000 Winterthurer Telefonanschlüsse. Deshalb war ein möglichst staubfreies und erschütterungsarmes Arbeiten nötig. Für Probleme sorgte teils die Ver- kehrssi­tua­tion vor der Baustelle. Insbesondere, als noch am Pilzdach gebaut wurde. Busse, Bauzulieferer und Postangestellte hielten vor dem Gebäude. Durch den Umbau gab es im Gebäude insgesamt 10'000 Quadratmeter Nutzfläche. Diesen Platz nutzt die Post nicht alleine. Grösste Mieterin ist die Swisscom. Weiter kommen Postfinance, SBB und Securitrans ins Haus. Über 2000 Quadratmeter Geschäftsfläche stehen jedoch noch leer, dar­un­ter ein grosser Raum unter dem Dach sowie Flächen im neuen Anbau. Ursprünglich war zudem geplant, in der Eingangshalle Geschäfte und Läden anzusiedeln. Dar­auf hat die Post aber verzichtet, weil sich das Gebäude für eine starke Fremdnutzung als zu klein erwies.

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