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Primarschule umgeht Volkswillen

Die Els­au­er Stimmberechtigten haben den Umbau der ehemaligen Schulküche im Dezember aus dem Budget gekippt. Die Primarschule gibt das Geld nun aber trotzdem aus, weil sie Platz für eine vierte Kindergartenklasse braucht.

Der abtretende Primarschulpräsident Matthias Allenspach musste sich an der Els­au­er Gemeindeversammlung am Dienstagabend beim Stimmvolk entschuldigen: «Ich habe das Platzproblem unterschätzt.» Die Kinderzahl ist überraschend stark angestiegen. Dies liegt vor allem an den Zuzügen. Die zahlreichen Neuanmeldungen im Kindergarten haben die Schulpflege im Frühling zum Handeln gezwungen. Sie hat beschlossen, nach den Schulferien eine vierte Kindergartenklasse zu eröffnen. Platz dafür gibt es nur noch in der alten Schulküche. Allerdings hatte die Gemeindeversammlung im Dezember ausgerechnet deren Umwandlung in eine flexible Raumreserve verweigert. Die Rechnungsprüfungskommission hatte damals sechs Sparanträge gestellt. Aus dem Budget flog aber nur die Investition der Primarschule in der Höhe von 58 000 Franken. Doch nun gibt die Behörde das Geld – als gebundene Ausgabe – trotzdem aus. «Das ist aus demokratischer Sicht unschön, aber ich hoffe, dass Sie uns verstehen», sagte Allenspach. Aus der Versammlung kamen jedenfalls keine Einwände. Einen zusätzlichen Ausbau plant die Primarschule im Dachgeschoss des Schulhauses Nord. Weil die Mittagsbetreuung aus allen Nähten platzt, soll dort zusätzlicher Raum für den Kinderclub Jojo geschaffen werden. Aus dem reinen Sanierungsprojekt mit Kosten von 270 000 Franken ist daher ein Investitionskredit von 320 000 Franken geworden, den die 63 anwesenden Stimmberechtigten ohne Gegenstimme bewilligten. Gute Nachrichten gab es betreffend die Ludothek. Diese hat nun in der Bibliothek eine definitive Bleibe gefunden. Im zweiten Anlauf bewilligt Die neue Polizeiverordnung der Gemeinde kam im zweiten Anlauf besser an. Vor einem Jahr hatte die Gemeindeversammlung eine erste Fassung zur Überarbeitung an den Gemeinderat zurückgewiesen. Dieser passte dar­auf rund zehn Artikel an und startete eine neue Auflage. Einen Antrag brachte die SP aber trotzdem noch vor. Sie plädierte dafür, dass Flugveranstaltungen mit He­li­ko­ptern generell und nicht nur «in der Regel» nicht bewilligt werden. «Wir haben schon genug Fluglärm», begründete Parteipräsident Andreas Meier den Vorstoss, der jedoch keine Mehrheit fand. Meier forderte die Behörde zudem auf, das Problem der benzinbetriebenen Laubbläser griffig zu lösen. «Wir nehmen dies auf», versicherte der neue Gemeindepräsident Jürg Frutiger. Die überar­bei­te­te Version der Polizeiverordnung wurde schliesslich ohne Änderung genehmigt. Diskussionslos nickte die Versammlung den privaten Gestaltungsplan für das Pädagogische Zen­trum Pestalozzihaus ab. Dieser regelt einen langfristigen Ausbau des Schulheims. Ein Gestaltungsplan ist nötig, weil das Areal in der Landwirtschaftszone liegt. Der Vollausbau sieht zwei neue Wohnhäuser, ein neues Schulhaus und einen neuen Pferdestall vor. Zwei heutige Wohn- und Schulgebäude müssten dafür ebenso weichen wie die Lingerie und der Schulpavillon. Das Riegelgebäude und der Felsenhof, die beide unter Denkmalschutz stehen, bleiben dagegen erhalten, werden aber umgebaut. So ist im Obergeschoss des Riegelgebäudes etwa ein Saal geplant. «Das macht auch die Gemeinde glücklich», sagte Bauvorstand Ueli Renggli. Alle Rechnungen im Plus Die Rechnungen 2013 der Politischen Gemeinde, der Primar- und der Oberstufenschulgemeinde (alle mit Plus) schlossen total 1,4 Millionen Franken besser ab als erwartet. Allerdings musste Andreas Leutenegger, Finanzvorstand der Politischen Gemeinde, das «sehr tolle» Ergebnis relativieren: «Dafür wird uns nun der Finanzausgleich etwa um den gleichen Betrag gekürzt.» Neben den Rechnungen wurde auch die Abrechnung zum Regenwasserbecken Rietwisen (Kreditunterschreitung von 26 000 Franken) abgenommen. Fabio Mauerhofer

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