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Pro Juventute bremst die Seifenkisten aus

Weil sich der kantonale Pro- Juventute-Verein auflöst, müssen einige Winterthurer Kinder­anlässe neue Sponsoren suchen: der Lesesommer, der Hüttenbau und das Seifenkistenrennen Grand Prix Chlösterli.

Sie gehören zu den beliebtesten Anlässen in Winterthur: Der Lesesommer, das Seifenkistenrennen Grand Prix Chlösterli und der Hüttenbau. Bisher wurden sie von Pro Juventute unterstützt. Künftig fällt diese Unterstützung aber weg. Pro Juventute hilft Kindern und Jugendlichen. Es gibt Dienstleistungen, die von der nationalen Stiftung betrieben werden – dazu gehören zum Beispiel das Beratungstelefon 147 oder der Witwen-, Witwer- und Waisenfonds. Und es gibt kantonale Vereine, die eigene Projekte durchführen. Im Kanton Zürich gibt es diesen Verein künftig nicht mehr: Per Ende Jahr soll er aufgelöst werden. 460 Stellenprozente werden gestrichen. Der Grund: Aufwand und Ertrag seien «nicht zielführend». «Voraussichtlich» weitergeführt Trotzdem, betont Sprecherin Marianne Affolter, ist Pro Juventute weiterhin im Kanton Zürich tätig. Die Produkte Pro-Juventute-Kinder-Cash, Pro-Ju­ven­tute-Potz-Tuusig und Pro-Juventute-Medienprofis sollen in Zürich ab nächstem Jahr von der nationalen Pro-Juventute-Stiftung betrieben werden. Für die lokalen Angebote aber müssen «Lösungen erarbeitet» werden. Laut Affolter werden die Winterthurer Angebote mit kleineren finanziellen Beiträgen, Defizitgarantien und den Einsatz von Freiwilligen unterstützt. Sie wurden jeweils von Partnern durchgeführt und «werden voraussichtlich entweder weiter von diesen Initiativen oder anderen Partnern weitergeführt». Das betrifft zum Beispiel den Grand Prix Chlösterli. Das beliebte Seifenkistenrennen kommt dank dem Einsatz vieler Freiwilliger zustande. Pro Juventute hat jeweils die Defizitgarantie übernommen. Vor den Sommerferien hat Thomas Burri, Leiter des GP Chlösterli, die Mitteilung erhalten, dass Pro Juventute dies nicht mehr gewährleisten könne. «Ich musste eine neue Lösung finden», sagt er. Und er hat sie bereits: Neu übernehme die städtische Quartierentwicklung die Defizitgarantie. «Es sieht danach aus, dass wir aus dem Schneider sind – aber ich hoffe, dass wir eigenständig bleiben und keine Auflagen erhalten werden.» Im September werde die neue Zusammenarbeit besprochen. Lesesommer geht weiter Auch der Lesesommer der Winterthurer Bibliotheken wurde bisher von Pro Juventute unterstützt. Der Lesesommer, 1999 von den Winterthurer Bibliotheken initiiert, ist seit seinen Anfängen auf Sponsoren angewiesen, und Pro Juventute habe früh mit der Unterstützung angefangen, sagt Sprecherin Christl Göth. «Sie haben uns jeweils mit einem Barbetrag unterstützt, mit dem ein grosser Anteil der sehr beliebten T-Shirts bezahlt werden konnte. Wir hatten immer guten Kontakt zu Pro Juventute, es ist schade, wenn die Zusammenarbeit zu Ende geht.» Von Pro Juventute seien die Winterthurer Bibliotheken informiert worden. «Nun müssen wir überlegen, wie es weitergeht.» Klar ist aber, dass es 2013 einen nächsten Lesesommer geben wird. Stadt setzt sich ein Der Hüttenbau und der Ferienplausch sind zwei Angebote, die von Pro Juventute und der Quartierentwicklung unterstützt werden. Der Hüttenbau wird jeweils von Freiwilligen und der Ferienplausch von der Pro Juventute durchgeführt. Laut Gabriela Meier von der Quartierentwicklung ist im Moment noch nicht klar, wie es mit den von Pro Juventute unterstützten Angeboten weitergehen soll. «Wenn Pro Juventute keine Anschlusslösung findet, schauen wir weiter.» Die Angebote hätten in Winterthur Tradition und seien sehr beliebt. «Wir sind sehr daran interessiert, dass sie weiter bestehen können, schliesslich haben sie direkt mit unserem Auftrag zu tun.» Wenn die Stadt nicht einspringen könne, müssten Fonds und Stiftungen angeschrieben werden.

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