Zum Hauptinhalt springen

Promis drücken die Schulbank

Beim Jubiläumsprojekt «Schule mit Prominenten» interviewen Schülerinnen und Schüler bekannte Persönlichkeiten. Diese Talkrunden werden aufgezeichnet und später von Radio Stadtfilter ausgestrahlt.

Die Idee zur «Schulstunde mit Prominenten» wurde von einem anonymen Ideenspender (oder einer Ideenspenderin?) eingebracht. Das Schuldepartement hat sie aufgenommen und die Abteilung «Schu::Com» (Schule und Computer) beauftragt, sie umzusetzen, da sie ohnehin technisch ausgerichtet ist.

Zunächst versuchte man, über eine Datenbank ausfindig zu machen, welche Promis in Winterthur in welchem Schulhaus zur Schule gingen. Das erwies sich als zu kompliziert und zu einengend: «Wir mussten die Idee anpassen und weiteten die Auswahl auf Leute aus, die nicht in Winterthur zur Schule gingen», sagt Projektleiter Reto Zürcher. Auch wollte man die besonderen Schulstunden einem grösseren Kreis zugänglich machen. Deshalb habe man angeregt, sie an den Schulen in ein «kleineres oder grösseres Fest» einzubetten. Weil es «technisch zu anspruchsvoll» und «wegen Fragen des Persönlichkeitsschutzes heikel» gewesen wäre, die Anlässe zu filmen, hat man sich für Tonaufzeichnungen entschieden. In Zusammenarbeit mit Radio Stadtfilter soll zwischen Sport- und Herbstferien wöchentlich ein zehnminütiger Beitrag ausgestrahlt werden.

Das lässt sich einfach realisieren, weil bei «Schu::Com» einige digitale Aufnahmegeräte vorhanden sind. Damit bei der einmaligen Gelegenheit nichts schiefgeht und nicht nur Technikfreaks mitmachen können, sollen die Klassenlehrerinnen und -lehrer vorgängig mit den Geräten vertraut gemacht werden. Inzwischen ist klar, dass 26 Klassen teilnehmen werden: «Einige Schulhäuser sind zwar nicht dabei, dafür sind andere mit zwei bis drei Projekten vertreten», sagt Zürcher. Die Auswahl und die Zuordnung der Prominenten musste gut überlegt sein: Man wollte zum Beispiel deren Namen nicht von Anfang an ins Spiel bringen, um einen Ansturm auf die «Stars» zu vermeiden und weniger attraktive Promis zu «Mauerblümchen» zu degradieren. Es wurde eine Liste mit 70 Namen aus den Sparten Politik, Sport, Musik, Gesellschaft und Wirtschaft erstellt, aus der die Klassen eine Person auswählen konnten. Eine weitere Person wurde ihnen zugeteilt. «Dadurch hatten die Schulen eine gewisse Wahlfreiheit», sagt Zürcher. Inzwischen haben einige Pro­minente zugesagt, dar­un­ter die Ko­miker Marco Rima und Viktor Giacobbo, Sportler wie Adrian Wichser, Roger Rinderknecht, Amir Abra- shi, die Slam-Poetin Lara Stoll und alt Stadtpräsident Ernst Wohlwend.

Musik von lokalen Bands

Teil des Projekts ist es, dass die Klassen ihre Promis selber suchen und in ihren brieflichen Anfragen zum Ausdruck bringen, weshalb sie eine bestimmte Person im Schulzimmer haben wollen. Wichtig ist auch, dass möglichst alle Schüler am Projekt teilnehmen können. So bereiten die einen die Interviews vor, andere werden für die Nachbearbeitung der Aufnahmen eingesetzt, etwa um die kurzen Radiosendungen mit Musik zu unterlegen. Dafür haben einige Winterthurer Bands Tonaufnahmen zur Verfügung gestellt, denn zu den Radiofeatures soll ausschliesslich lokale Musik erklingen.

Ein eigentliches Budget gebe es für das Projekt nicht, sagt Zürcher. «Die Geräte sind weitgehend vorhanden, das Departement stellt meine Arbeitszeit als Projektleiter zur Verfügung, und die Stadt sponsert das Werbematerial sowie eine Schulradiowoche, die beim Projekt gewonnen werden kann.» Er ist überzeugt, dass das Projekt eine spannende Sicht auf bekannte Persönlichkeiten ermöglicht, die man als Erwachsener nicht hat. Die Interviews werden von Schülerinnen und Schülern von der 3. bis zur 9. Klasse gemacht. «Da gibt es sicher grosse Unterschiede bei den Fragen und der Gestaltung der Beiträge.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch