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Protestbrief nach dem Weihnachtsessen

Nach Sparrunden beim Personal, Umstrukturierungen und Verkaufsabsichten ist die Stimmung bei Sulzer angespannt. Nun haben Mitarbeiter der grössten Abteilung ihrem Ärger Luft gemacht – mit einem heftigen Schreiben an einen der höchsten Chefs.

Es war nicht das Menü am diesjährigen Weihnachtsessen, das mehreren Mitarbeitern der Sulzer-Pumpensparte sauer aufgestossen ist. Es waren die Reden. Viele Gäste hatten sich nach dem schwierigen Jahr 2013 mit vielen Entlassungen und grossen Umstrukturierungen in der Firma vertrauensbildende Worte gewünscht – und wurden von den kühlen Vorträgen herb enttäuscht. Das machte einige derart wütend, dass sie ihrem obersten Chef Scot Smith einen Protestbrief schickten. Darin schreiben sie erbost: Es habe in der Geschichte der Firma schon viele Veränderungen gegeben, aber so respektlos seien sie noch nie informiert worden. Alte Zahlen, kühle Worte Sulzer hat turbulente Monate hinter sich. 2013 hat der Konzern weltweit rund 300 Stellen aufgegeben, 100 am Hauptsitz Winterthur, davon 50 durch Entlassungen. Daneben hat der Konzern die Forschungsabteilung Innotec aufgeteilt und einen Teil davon verkauft. Abstossen will er auch die Oberflächenbeschichtungssparte Metco. Sulzer-CEO Klaus Stahlmann will mit dem Jobabbau jährlich 25 Millionen Franken sparen. Davon betroffen ist auch Sulzers grösste Abteilung, die Pumpensparte. Inzwischen wissen die Mitarbeiter, ob sie bleiben können oder ihren Platz räumen müssen. Deshalb hofften sie, dass sie am Weihnachtsessen vergangene Woche visionäre Worte zu hören bekommen. Stattdessen seien ihnen veraltete Zahlen und kühle Reden präsentiert worden. Damit habe das Management eine einmalige Chance verpasst, ihnen zu zeigen, wie es die Zukunft des Unternehmens sieht, schreiben sie im Brief weiter. Zudem sei die Krise an jenem Abend nicht einmal erwähnt worden. Ihr englisches Protestschreiben beenden die mehr als 20 Unterzeichnenden mit dem enttäuschten Fazit: Sie hätten einen beschämenden, uninspirierten Anlass miterlebt. Dieser habe ihnen das Gefühl gegeben, das Management sorge sich weder um die Mitarbeiter, die Mitarbeiterinnen noch um die Produkte, die sie verkaufen. Offen für ein Gespräch Scot Smith, der Adressat des Briefes, leitet die Pumpenabteilung seit Mitte Mai. Sie ist mit Abstand die umsatzstärkste Sparte der Firma. Der Amerikaner ist Mitglied der Sulzer-Konzernleitung und arbeitet zum ersten Mal im Unternehmen. Früher war er Chef bei der britischen Industriegesellschaft Weir Group. Smith habe den Protestbrief seiner Mitarbeiter erhalten, sagt Sulzer-Sprecherin Verena Gölkel. Er habe inzwischen bereits ein klärendes Gespräch vorgeschlagen.

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