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Putin fordert Verhandlungslösung für Konflikt in Ukraine

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach dem Einsatz von ukrainischen Regierungstruppen in der krisengeschüttelten Ostukraine für Verhandlungen zur Lösung des Konflikts ausgesprochen. Weder Flugzeuge noch Panzer könnten die Krise lösen, sagte Putin.

In der landesweiten Fernsehsendung "Direkter Draht" forderte der Präsident am Donnerstag in Moskau die ukrainische Führung zum "echten Dialog" mit der russischsprachigen Bevölkerung auf. Zugleich wies er erneut Vorwürfe zurück, russisches Militär oder Instruktoren steuerten die Lage. "Es sind die Herren jener Region", sagte Putin. Mit ihnen müsse geredet werden. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu äusserte sich ähnlich.

"Wir sind im Verteidigungsministerium sehr überrascht angesichts der Äusserungen des Chefs der ukrainischen Sicherheitsdienste, wonach Einheiten der russischen Spezialkräfte in die Ereignisse im Südosten der Ukraine verwickelt sind", sagte Schoigu nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen mit Blick auf den ukrainischen General Wassil Krutow. "Diese Äusserungen grenzen an Paranoia."

Regierungstruppen ziehen sich zurück

Im Gebiet Donezk im Osten des Landes zogen sich Regierungstruppen mit 15 Panzerfahrzeugen zurück, nachdem sie von prorussischen Bewaffneten und Anwohnern blockiert worden waren. Die Einheit werde zurück nach Dnjepropetrowsk verlegt, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Sie sollte eigentlich mit einem "Anti-Terror-Einsatz" gegen Separatisten vorgehen, die in mehreren Städten des Gebiets Donezk staatliche Gebäude besetzt halten.

Prorussische Kräfte gaben an, sie hätten in Slawjansk 17 Mitglieder der Regierungstruppen nach Schüssen auf friedliche Bürger festgenommen. In Kramatorsk seien mehrere Menschen verletzt worden, als die Nationalgarde auf Demonstranten gefeuert habe, sagte ein Sprecher der moskautreuen "Selbstverteidiger" der Agentur Interfax.

Zuvor wurden bei einem Angriff prorussischer Aktivisten auf einen ukrainischen Militärstützpunkt in Mariupol im Südosten nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen getötet. Seit Tagen halten prorussische Kräfte in mehreren Städten Verwaltungsgebäude besetzt. Kiew entsandte am Dienstag die Armee gegen die bewaffneten Gruppen in der Region.

Internationale Konferenz

In Genf hat derweil eine internationale Konferenz zur Ukraine-Krise begonnen, wo die Aussenminister der Ukraine, Russlands, der USA sowie die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton eine politische Lösung für den Konflikt suchen wollen.

(sda)

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