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Putins mysteriöser Konvoi ändert den Kurs

Der Konflikt in der Ostukraine treibt auf einen neuen Höhepunkt zu. Die Separatisten geraten in die Defensive. Ein russischer Hilfskonvoi hat überraschend seine Route geändert.

Das Verwirrspiel um den russischen Konvoi, der angeblich mit Hilfsgütern für die Zivilbevölkerung in der Ostukraine beladen ist, geht weiter. Gemäss der ukrainischen Website «ukrinform» hat der 280 Lastwagen umfassende Konvoi erst beim Militärflughafen Mashevo bei der russischen Stadt Woronesch angehalten. Danach setzte er seinen Weg aber fort in Richtung der von den Separatisten kontrollierten Gebiete weiter im Süden. Der ukrainische Armeesprecher Andrei Lyssenko erklärte gestern, die Regierungstruppen hätten das Dorf Nowoswitliwka eingenommen und damit die letzte Verbindungsstrasse zum russisch-ukrainischen Grenzübergang von Iswaryn abgeschnitten. Genau dorthin steuert der Konvoi jedoch nach Angaben der BBC. Offenbar haben die 280 Lastwagen inzwischen unweit von Iswaryn, in der Nähe von Rostow, angehalten. Von dort aus wäre die inzwischen vollständig umstellte Stadt Luhansk in einer Stunde Fahrzeit zu erreichen.

Misstrauen im Westen

Kiew und der Westen misstrauen den russischen Angaben zu den transportierten Gütern. Die Ukraine hat deshalb erklärt, die Lastwagen dürften die Grenze nur überqueren, wenn Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes die Fracht zuvor kontrollieren dürften. Die Organisation teilte gestern auf Twitter mit, IKRK-Mitarbeiter hätten mit dem Konvoi einen ersten Kontakt gehabt, es gebe aber noch viele Details zu klären. Das Rote Kreuz geht davon aus, dass insbesondere die Lage in der Stadt Luhansk für die Bevölkerung in zunehmendem Mass prekär ist. Tausende seien ohne Wasser, Elektrizität und medizinische Versorgung. Inzwischen sind auch Hilfsgüter aus der Ukraine in der Nähe von Luhansk eingetroffen. In den Kämpfen mit Regierungstruppen geraten die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zunehmend in die Defensive. Die Armee nahm gestern die Rebellenhochburg Donezk unter heftigen Beschuss. Erstmals schlugen Granaten in unmittelbarer Nähe des Zentrums der Industriemetropole mit einst 900000 Einwohnern ein. Mindestens ein Bewohner starb beim Beschuss. Viele verängstigte Menschen versuchten, Schutzräume zu erreichen.

Überflugverbot für Russland

Gestern hat das ukrainische Parlament seinen grossen Nachbarn auf wirtschaftlicher Ebene ins Visier genommen und ein Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet. Unklar war, ob davon auch die Durchleitung russischen Erdgases nach Westeuropa betroffen war. Dies könnte einen Stopp russischer Öl- und Gaslieferungen nach Westeuropa durch die Ukraine zur Folge haben. Davor hatte die EU gewarnt. Definitiv hat Kiew jedoch ein Überflugverbot gegen russische Fluggesellschaften erlassen.

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