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Putzen wie die Grossmutter

winterthur. Der Frühling ist da und die Sonnenstrahlen wecken nicht nur die Lust, wieder mehr Zeit im Freien zu verbringen, sie machen auch den Schmutz im Haus sichtbar, und das auf unerbittliche Weise. Die besten Tipps für den Frühjahrsputz.

Die Fensterscheiben sind voller Schlieren und Fettflecken von Kinderhänden, in der Küche glänzt die dunkle Arbeitsfläche aus Stein nicht so, wie sie sollte, und hinter der Kaffeemaschine hat sich Staub angesammelt, den man während der dunklen Jahreszeit geflissentlich übersehen hat. Ganz zu schweigen vom Kleiderschrank, auch hier hat sich über den Winter Staub angesammelt, den man jetzt nicht mehr ignorieren kann. Deshalb heisst es: Ärmel hochkrempeln, Schränke ausräumen, Vorhänge waschen und Fenster putzen.

Mit den Frühlingsgefühlen kommt häufig auch der Putzeifer. Doch aufgepasst, bei zu viel Hektik kann es leicht zu Unfällen kommen. Laut einer Pressemitteilung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU), verunfallen in der Schweiz jährlich rund 25 000 Menschen im eigenen Haushalt. Die häufigste Unfallursache ist der Sturz, zum Beispiel ein Stolpern, ein Misstritt auf der Leiter, der Treppe oder dem Stuhl.

Ein Teil dieser Unfälle geschehen während des Frühlingsputzes, und das meistens, weil sich die Betroffenen zu viel Arbeit für einen einzigen Tag vornehmen und sich dann in der Hektik verletzen. Die BfU rät deshalb, den Frühlingsputz auf mehrere Tage zu verteilen und zwischendurch immer wieder Pausen einzulegen. Ausserdem sollte dar­auf geachtet werden, nur standsichere Leitern zu verwenden. Wer auf Stühle oder Kisten steigt, lebt gefährlich (siehe Box).

Viele Leute greifen beim traditionellen Grossreinemachen zu scharfen und ätzenden Putzmitteln, weil sie glauben, nur damit werde alles blitzblank. Doch auch das muss nicht sein. Es gibt zahlreiche einfache Mittelchen, die schon die Grossmutter verwendet hatte und die genauso effizient sauber machen wie moderne Chemikalien. Kommt hinzu: Wer anstelle von scharfen Putzmitteln zu umweltfreundlichen Alternativen greift, schont nicht nur Natur und Gesundheit, sondern spart vielfach auch noch Geld. Nachfolgend die besten Tipps aus Grossmutters Trickkiste.

Spiritus und Tee für die Fenster: Zum Reinigen der Fenster etwas Spiritus ins Putzwasser geben und die Fenster mit einem einfachen Schwamm abreiben. Danach mit einem Fensterschaber trocknen. Fenster nie reinigen, wenn die Sonne dar­auf scheint, das Wasser trocknet schnell ein und es entstehen Schlieren. Sollten trotz allem Schlieren entstehen: Fenster mit etwas Schwarztee abreiben.

Socken für die Rollläden: Das Reinigen der Rollläden kann ganz schön mühsam sein. Einfacher geht es, indem man eine ausgediente Socke anfeuchtet, über die Hand stülpt und dann über die Jalousien streicht.

Spiritus für das Parkett: Flecken auf dem versiegelten Parkettboden mit etwas Spiritus einreiben und mit warmem Wasser abwischen. Bei pflegeleichtem versiegeltem Parkett kann auch kalter Tee oder Terpentin zur Entfernung von Flecken verwendet werden.

Hartwachs für das Parkett: Da unversiegelte Parkettböden sehr fleckempfindlich sind, regelmässig mit Hartwachs behandeln und danach bohnern.

Mineralwasser für den Teppich: Frische Flecken auf dem Teppich lassen sich mit reinem Mineralwasser entfernen. Etwas Wasser daraufschütten, einige Sekunden einwirken lassen und sorgfältig mit einem Schwamm aufnehmen. Auch Rasierschaum ist einen Versuch wert: Den Schaum auf den Fleck geben und mit Wasser auswaschen.

Socken für die Möbel: Beim Herum­rücken der Möbel können Kratzer auf dem Boden vermieden werden, indem man vorher dicke alte Socken über die Möbelfüsse zieht oder Teppichreste unter die Füsse klebt.

Essig bei Kugelschreiberflecken: Bei einem Kugelschreiberfleck auf Holz oder gemalten Wänden Essig auf ein sauberes Tuch auftragen, den Fleck einstreichen und trocken wischen. Sollte dies beim ersten Mal nicht funktionieren: mehrmals wiederholen.

Ein Strumpf für die Bücher: Für das Reinigen des Bücherregals den Fuss vom Staubsauger abnehmen, einen Nylonstrumpf über das Rohr ziehen und danach über die Bücher fahren. So entkommt kein Staubkrümel.

Öl für die Küchenoberschränke: Die Schmutzschicht auf den Küchenoberschränken lässt sich mit einem in Öl getauchten Tuch – Öl löst Fett – leicht abwischen. Danach die Fläche mit Geschirrspülmittel abreiben.

Backpulver für den Backofen: Eingebrannte Krusten im Backofen lassen sich entweder mit Backpulver oder Salz reinigen. Einfach auf die verschmutzten Stellen streuen, Ofen auf 50 Grad erhitzen, abkühlen lassen und auswischen. Bei ganz hartnäckigen Flecken muss allenfalls danach noch etwas gescheuert werden.

Zitronensaft gegen den Fettfilm: Auflaufform mit Wasser und ein paar Spritzern Zitrone in den warmen Backofen stellen, danach auswischen. Der Saft, der mit dem Wasser verdampft, löst die Fettschicht, die der Sonntagsbraten hinterlassen hat.

Feuchte Luft für das Backblech: Die Kruste auf dem Backblech löst sich einfacher, wenn man es über Nacht nach draussen oder in einen feuchten Raum stellt. Am Morgen danach das Backblech abwaschen.

Backpulver für den Ausguss: Zwei Päckchen Backpulver mit etwa einer halben Tasse Essig in den Ausguss schütten, Deckel dar­auf und einwirken lassen. Während es im Abfluss gurgelt, löst sich der Schmutz. Danach mit heissem Wasser nachspülen. Es funktioniert auch, wenn man den Ausguss nicht verschliesst. Nicht erschrecken: Das Gemisch schäumt stark hoch.

Alufolie für das Silberbesteck: Angelaufenes Silberbesteck sieht aus wie neu, wenn man es zusammen mit einem Streifen zusammengeknüllter Aluminiumfolie in einen Topf mit Salzwasser gibt und während 30 Minuten kocht.

Cola für die Toilette: Die Säure im Cola löst Ablagerungen von Kalk oder Urinstein. Einfach eine Flasche Cola in die Schüssel schütten, über Nacht einwirken lassen und am Morgen nachbürsten. Cola löst auch Ablagerungen im Porzellanbehälter der WC-Bürste: Cola hineinschütten, einwirken lassen, ausspülen und mit Papier ausreiben.

Backpulver für Fliesenfugen: Backpulver mit Wasser zu einer Masse verrühren und in die Fugen streichen. Etwa eine Stunde einwirken lassen und mit einer ausrangierten Zahnbürste nachschrubben. Damit werden vergilbte Fugen wieder weiss.

Geschirrspülmittel für die Badewanne. Badewannen aus Kunststoff sind kratzempfindlich. Am besten reinigt man diese mit etwas Geschirrspülmittel und einem weichen Schwamm.

Backpulver für die Armaturen: Backpulver um die Armaturen streuen, wenig Wasser dazugeben, Spültuch darumlegen und 30 Minuten einwirken lassen. Mit Wasser abwaschen. So verschwinden auch hartnäckige Schmutzränder.

Salz für den Duschvorhang: Duschvorhang rund 30 Minuten in kaltem Salzwasser einweichen, nicht ausspülen und nass aufhängen. Dadurch sollte das Entstehen von Schimmel verhindert werden. Ist der Vorhang bereits verschmutzt, vorher bei 30 Grad beziehungsweise nach Angaben des Herstellers in der Waschmaschine waschen.

Kochsalz für das Zahnputzglas: Ränder und der weisse Belag im Zahnputzglas lassen sich vermeiden, indem man es einmal in der Woche mit einer warmen Kochsalzlösung auswäscht.

Mikrofasertücher für den Glanz: Die Grossmutter kannte sie zwar nicht, wer ohne oder mit wenig Chemie putzen will, sollte jedoch nicht auf Mikrofasertücher verzichten. Es gibt sie in den verschiedenen Varianten, mit leicht scheuernden Fasern, mit Silberfäden – damit sich Bakterien nicht so leicht festsetzen – oder staubanziehend. Sie eignen sich je nach Tuch fürs Putzen im Bad, in der Küche oder der Fenster – und lassen alles glänzen.

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