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Radices Abschied und einige Fragezeichen

Der FCW fliegt heute ins Trainingslager in die Türkei. Luca Radice tat es schon gestern. Er spielt schon heute mit seinem neuen Verein, dem FC Aarau, gegen Metalurg Donetsk.

Luca Radice (27) war der dienstälteste Spieler des FCW und zuletzt zusammen mit Marco Aratore auch dessen bester – bis er sich gestern nach dem morgendlichen Training von seinen Kollegen verabschiedete. Es überraschte niemanden mehr, dass das Werben des FC Aarau um den Linksfuss schliesslich erfolgreich war. Aus einem anfänglich mageren und deshalb vom FCW ignorierten Angebot war übers Wochenende eines in Höhe einer sechsstelligen Summe geworden, zu dem die Winterthurer schliesslich nicht mehr Nein sagten. Nach acht Jahren auf der Schützenwiese erhält Radice seine Chance in der Super League. Allerdings sieht ihn der FC Aarau als Linksverteidiger und nicht – wie Radice sich selbst – als Mittelfeldspieler. Der Vertrag läuft bis Sommer 2016. Obwohl die Aargauer schon am Samstag aus der Türkei zurückkehren, flog Radice gestern dorthin. Es soll keine Zeit vergeudet werden, ihn ins Team zu integrieren. Also soll er heute in Belek schon gegen den ukrainischen Meisterschaftsachten Metalurg Donetsk spielen. Welche Reaktion? Vor einem Jahr warben die Aarauer mit ihrem Winterthurer Trainer René Weiler dem FCW die Spitzenkraft Sven Lüscher ab, diesmal ist es Radice. Das ist für einen Verein, der sich in der Challenge League gerne als Aufstiegskandidat sähe, kein gutes Zeichen. Also dürfen die Winterthurer nicht zögern, mit einer Gegenmassnahme zu reagieren – zumindest wenn sich die geeignete Gelegenheit bietet. «Wir schauen mal, wie sich die Dinge im Trainingslager entwickeln», sagt Sportchef Wolfgang Vöge. «Wir halten jedenfalls die Augen offen.» So sieht es auch Trainer Boro Kuzmanovic, der aber beifügt: «Wir haben ja im Herbst schon Antonio Marchesano fürs Mittelfeld geholt.» Überdies sei Sohn Kris nach langer Pause zurück, also könne man ohne grossen Zeitdruck hinsehen, was zu tun sei. Aber ein guter neuer Spieler wäre ein gutes Zeichen. Welche Innenverteidigung? Aus Sicht des Trainers und des Sportchefs hat nach einer Vorrunde mit 1,5 Gegentoren pro Spiel allerdings eher die Stabilisierung der Defensive Priorität. Dem soll als Erstes die Verpflichtung Paolo Menezes’ (32) dienen, der in Schaffhausen schon mal zeigte, fähig zu sein, einen konstant-soliden Rechtsverteidiger zu geben. Als zweiter Neuer reist heute Fabian Ritter via Istanbul nach Antalya mit. Vorgesehen ist mit dessen Verein, dem FCB, ein Leihtransfer mit Option auf eine definitive Übernahme – wie zuletzt im Falle Simon Grethers. Ritter ist mit 22 Jahren noch ein junger Spieler. Aber er ist fit und entsprechend gut zu Fuss. Er hat im Test in Schaffhausen schon mal angedeutet, den Konkurrenzkampf im Abwehrzen­trum anschieben zu können. Seit Savvas Exouzidis ausfällt, also seit genau einem Jahr, hat der Trainer ja keine dauerhaft verlässliche Version in der Innenverteidigung gefunden – mit Daniel Sereinig, Patrik Baumann, Stefan Iten, Patrik Schuler und Nico Zuffi als Kandidaten. Sereinig, Baumann und Iten – sie wirkten zu oft zu wenig fit. Also stellt sich auch eine Grundsatzfrage wie diese: Soll Sereinig, mit seinen bald 32 Jahren ältester Spieler nach Patrick Bengondo, einen neuen Vertrag erhalten? Der aktuelle läuft bis Ende Saison, aber prinzipiell verlängerte er sich, wenn es Sereinig auf 25 Einsätze bringt. Welcher Torhüter? Eine Konsequenz der (zu) vielen Gegentore im Herbst ist aber auch, dass die Position Christian Leites als Torhüter Nummer 1 nicht mehr in Stein gemeisselt ist. Er muss sich nach seiner Krise im Herbst und dem Rückfall mit dem haltbaren Gegentor im letzten Spiel in Chiasso der Herausforderung vor allem des Nachwuchsmanns Matthias Minder (21) stellen. In Belek spielt der FCW am Sonntag gegen den österreichischen Bundes­ligaletzten Wacker Innsbruck, danach am Mittwoch gegen Rapid Wien II und am Freitag gegen den deutschen Zweit-Bundesligisten Erzgebirge Aue. Zur Delegation gehören neben Simon Mesonero (knapp 19) und Mario Budimir (19) zwei weitere Youngsters, Manuel Akanji (knapp 19) aus der U21 und U17-Nationalspieler Tobias Schättin (knapp 17) aus der U18. Kein Ticket erhält Exouzidis, der zumindest zurzeit als FCW-Spieler kein Thema mehr sein kann.

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