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Rätsel um brennenden Baum im Jura gelöst

Das Rätsel um einen brennenden Baum in Courgenay JU, bei dem Löschwasser neue Flammen auflodern liess, ist gelöst: Ein Mäusegift hatte mit Löschwasser chemisch reagiert und ein entzündliches Gas freigesetzt, wie die jurassischen Behörden am Montag mitteilten.

Der Baum hatte am Freitagnachmittag gegen halb sechs Uhr gebrannt, worauf die Feuerwehr ausrückte. Die Feuerwehrleute staunten nicht schlecht, als bei jedem ihrer Löschwasserstösse neue Flammen hochschlugen. Sie alarmierten die kantonale Chemiewehr, die aus Delsberg in die Ajoie zu Hilfe eilte.

Der chemische Prozess dauerte einige Minuten und hörte dann auf. Alle vor Ort Anwesenden wurden in der Folge vorsichtshalber zu Kontrollen ins Spital geschickt; sie konnten aber noch am selben Abend wieder nach Hause gehen.

Übers Wochenende fahndete das Kantonslabor nach der Ursache für den Rätselbrand. Mit Erfolg: Offenbar wurde das Produkt Polytanol, das Calciumphosphid enthält und bei Wasserkontakt das spontan entzündliche Gas Phosphin freigibt, am Fuss des Baumes verstreut. Polytanol wird eingesetzt gegen Ratten, Mäuse und Maulwürfe.

Polytanol wird in der Schweiz neben Apotheken und Drogerien auch in Landis und Gartencentern verkauft - die Abgabe an unautorisierte Privatpersonen ist jedoch verboten. Es kann schon in geringen Konzentrationen Gesundheitsschäden verursachen; es schädigt nicht nur beim Einatmen die Lunge, sondern auch Augen und Haut. Zudem ist es stark giftig für Wasserorganismen.

Alle paar Jahre kommt es zu Zwischenfällen mit Polytanol. Die jurassische Polizei hat nun eine Untersuchung eingeleitet, wie das Gift zu jenem Baum und seinen Wurzeln kam. Die Bevölkerung sei indes zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen, hiess es weiter.

(sda)

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