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Raiffeisen auf Kurs dank Wegelin-Kunden

ST. gallen. Die Übernahme von Teilen der Bank Wegelin scheint bis jetzt für Raiffeisen ein gutes Geschäft zu sein. Im ersten Halbjahr konnte die Bankengruppe dank dem Kauf sowohl die verwalteten Vermögen wie auch den Bruttogewinn steigern.

Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz gelang mit dem Kauf von Teilen der Privatbank Wegelin nicht nur einen eigentlichen Coup. Er ging auch ein beträchtliches Risiko ein. So war denkbar, dass mit dem Kauf jetzt auch Raiffeisen ins Visier der amerikanischen Steuerbehörde gerät. Daneben war auch unsicher, wie die übernommene Wegelin-Kundschaft und die Raiffeisen-Genossenschafter und Kunden reagieren würden. Eine erste Bilanz nach einem halben Jahr fällt laut Raiffeisen jedoch durchwegs positiv aus. Weder haben die Wegelin-Kunden in Massen das Weite gesucht, noch haben Raiffeisenkunden und Genossenschafter aus Protest der Bank den Rücken gekehrt. So hat zwar der Transfer der ehemaligen Wegelin-Kunden in die neu gegründete Notensteinbank dazu geführt, dass eine Milliarde Kundengelder abgezogen worden sind. Laut Pierin Vincenz konnte dieser Abfluss jedoch schon im Juni gestoppt werden. Der Kauf hat sich bis jetzt zudem auch nicht nachweisbar negativ auf das angestammte Geschäft ausgewirkt. Auch wenn in geringerem Umfang als früher hat im ersten Halbjahr die Zahl der Kunden und der Genossenschafter zugenommen.

Raiffeisen selbst bezeichnet denn die Akquisition als einen Erfolg. Tatsächlich konnte Raiffeisen dank der Übernahme sowohl die verwalteten Vermögen (+16,3 Prozent auf 170 Milliarden Franken) wie auch den Bruttogewinn (+4,3 Prozent auf 521 Millionen Franken) ge­gen­über der Vorjahresperiode steigern. Der Reingewinn (–2,2 Prozent auf 332 Millionen) dagegen fiel leicht tiefer aus, was jedoch laut Raiffeisen lediglich auf Wertberichtigungen von Beteiligungen zurückzuführen ist. Ohne Übernahme wäre dieser Rückgang jedoch höher ausgefallen. Raiffeisen konnte nämlich die Stagnation beim Hauptertragspfeiler Zinsgeschäft durch höhere Erträge aus dem Handels- und Kommissionsgeschäft der Notensteinbank kompensieren. Damit hat Vincenz ein Ziel der Übernahme bereits erreicht. Die Notensteinbank verhilft Raiffeisen zu einer besseren Diversifizierung der Erträge.

Vincenz gab gestern zudem bekannt, dass die Bankengruppe für den übernommenen Wegelin-Kundenstamm lediglich 155 Millionen Franken bezahlt habe. Im Januar bezifferten Insider den Kaufpreis mit 550 Millionen Franken, wobei dieser Betrag jedoch nicht nur die Kosten für den Kundenstamm, sondern auch die Abgeltung für übernommene Liegenschaften und das Eigenkapital enthält. (jl)

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