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Rapperswil hat auch ein Goalieproblem

RAPPERSWIL. Mit dem 0:5 und dem 3:6 gegen die ZSC Lions sind die Rapperswil-Jona Lakers bei sieben Niederlagen in Folge angekommen. Und dennoch gab es warmen Applaus für sie.

Die Rapperswil-Jona Lakers entschieden sich, den 999. Match in der NLA zu feiern, und nicht den 1000., wie sich das eigentlich gehören würde. Und wie es eigentlich auch gepasst hätte. Aber nur weil man zu Hause etwas begehen wollte – was dann in der Halle mit der Ausnahme von einigen Junioren, die in den Pausen auf dem Eis kreisten, nicht zu bemerken oder zu spüren war –, wurde halt der Match gegen die ZSC Lions zum historischen Ereignis gemacht. Dabei hätte es der Spielplan beileibe nicht besser meinen können mit den St. Gallern. Denn ihr Jubiläumsspiel, der 1000. Auftritt in der NLA, absolvieren sie exakt gegen den Gegner und an dem Ort, wo sie schon ihr erstes NLA-Spiel hinter sich gebracht haben: in Kloten und folgerichtig morgen Dienstag. Im September 1994 waren sie in Kloten «überfordert» gewesen (vgl. Kasten nebenan), die Ereignisse im 998. und 999. Spiel lassen sich nicht gross anders beschreiben. Wenn Ursachen und Gründe auch ein bisschen differenzierter zu betrachten sind. Beim 0:5 im Hallenstadion vom Freitag hinterliess die gesamte Mannschaft einen höchst schwachen Eindruck. Beim 3:6 im 999. Match gab es trotz der siebten Niederlage in Folge warmen Applaus der Zuschauer. Denn die hatten gesehen, dass sich ihre Mannschaft «zerriss», dass sie höchst engagiert zur Sache ging. Obwohl mit Adi Wichser, Andreas Camenzind, Derrick Walser und Cyrill Geyer vier wegen Verletzungen fehlten. Und drei «verdiente» Spieler vom Trainer zum Zuschauen verurteilt worden waren: Robbie Earl, der Top­sko­rer, Loic Burkhalter, der Routinier, und Duri Camichel, ebenfalls Kandidat für die erste Linie. «Wenn einer nicht jeden Tag ins Büro kommt, dann habe ich ziemliche Probleme mit ihm», sagte Eldebrink und meinte damit: Wenn einer nicht jeden Tag seine bestmögliche Leistung abliefert, gibts Ärger. «Die Aufgabe jedes Spielers, jedes Topspielers muss sein: Mache deine Teamkollegen besser!» Die Reaktion der Mannschaft auf dieses Exempel bezeichnete er als gut. «Am Freitag waren wir harmlos, am Samstag zeigten wir die beste erste Periode der bisherigen Saison», bilanzierte der Trainer. Und Captain Stefan Hürlimann fügte an: «Das mag jetzt in der Niederlage komisch tönen, aber es hat Spass gemacht, zu spielen.» Wenn sie so in jedem Spiel «mit allen Spielern» auftreten könnten, denkt Eldebrink, wäre die Si­tua­tion ganz anders. Er hofft, dass seine drei «Zuschauer» und die Mannschaft die Lektion gelernt haben. «Jeder muss in jedem Einsatz arbeiten, und zwar in beide Richtungen». Drei Geschenke Das ist leider nur das eine Problem, das die Tabellenletzten aus dem St.-Gallischen beschäftigt. Ein anderes ist der Torhüter. «Lukas Flüeler hat verhindert, dass wir im ersten Drittel den einen oder andern Treffer erzielt haben», sah Eldebrink einen starken ZSC-Goalie. 11:6 Schüsse für die St. Galler, aber 0:2 im Resultat. Weil im Tor zwar mit David Aebischer einer steht, der sich Stanley-Cup-Sieger nennen darf, er aber auch in dieser Saison die Erwartungen an einen Topgoalie nicht erfüllen kann. Man darf guten Gewissens behaupten: Mit ausgetauschten Torhütern hätten die Lakers am Samstag gegen die ZSC Lions gewonnen. Der mittlerweile 35-jährige Aebischer sah beim 0:1, beim 0:3 und 1:4 einfach schlecht aus. Das waren drei grosse Geschenke an die Zürcher, da nützt es natürlich gar nichts, wenn sich der Rest der Mannschaft dermassen engagiert, der Torhüter aber fast immer dann, wenn man das Gefühl hat, jetzt komme man dem Gegner wieder näher, zum besten Verbündeten der andern Mannschaft wird. Aebischer erlebte als junger Mann einen steilen Aufstieg. An der Junioren-WM 1997 hexte er die Schweizer zu Bronze, bei der A-WM 1998 übernahm er als 20-Jähriger von Reto Pavoni die Nummer-1-Position im Tor. Er ist einer der Schweizer Pioniere in Nordamerika. Via Hershey Bears diente er sich in die NHL hoch, bei Colorado wurde er die Nummer 2 hinter Patrick Roy, 2001 holte er den Stanley Cup (mit wenigen Sekunden Einsatzzeit in den Playoffs), später wurde er als Roys Nachfolger installiert. Allerdings nicht mit der gleich grossen Erfolgsquote wie die Legende. Seit dem Lockout-Jahr 2004/05, als er sich Lugano anschloss, dort aber hinter Ronnie Rüeger die Nummer 2 blieb (!), ging es nicht mehr aufwärts, sondern langsam abwärts. 2007 absolvierte er seinen letzten NHL-Match, danach kehrte er – trotz der schlechten Erinnerungen an 2004/05 – nach Lugano zurück. Und kam, nach einem letzten Anlauf in Nordamerika (AHL), auf die letzte Saison nach Rapperswil. Aber Aebischer ist nicht besser geworden. Diese Saison weist er eine Abwehrquote von etwas mehr als 85 Prozent auf. Im Prinzip müssten die Lakers per sofort einen neuen Goalie engagieren.

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