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Rasch in Zürich

In «Rush» spielt Daniel Brühl den legendären Rennfahrer Niki Lauda. Gestern zur Eröffnung des Zurich Film Festival mit dem Film von Ron Howard war er auch rasch auf dem grünen Teppich zu erleben. Wie aber hält er es mit schnellen Autos und Niki Lauda?

Was war bei den Vorbereitungen für diesen Film anders als bei anderen Projekten?Daniel Brühl: Es waren intensive Vorbereitungen, weil vieles für mich fremd war und ich es mir erst erarbeiten musste. Ich habe zum Beispiel lange vor dem Dreh mit einem Formel-3-Kurs angefangen; ich wollte einfach ein Gefühl für diese Fahrzeuge bekommen. Das war ein irres Erlebnis – da habe ich sofort die Faszination an dem Ganzen verstanden. Dann wollte ich unbedingt diesen österreichischen Akzent im Englischen hinkriegen. Ich bin deswegen eine ganze Weile nach Wien gegangen und habe unter anderem mit einem «dialect coach» gearbeitet.

Sie hatten ausserdem Kontakt mit Niki Lauda.

Er hat sich unheimlich viel Zeit für mich genommen. Überhaupt war das die beste Vorbereitung: Zeit mit ihm zu verbringen, ihn zu studieren. Er war so offen und herzlich zu mir, dass er mir jede Frage erlaubt hat. Irgendwann hat es dann auch «klick» gemacht, und ich hatte das Gefühl, dass ich diese Rolle glaubwürdig und gut spielen kann.

Wie sehr hat sich die Formel 1 verändert von der Formel 1, die mit einem gewissen sexy Image im Film «Rush» transportiert wird?

Wie alles in der Gesellschaft und in der Formel 1 auf ganz extreme Weise: Es ist steriler, professioneller und sauberer geworden. Die Athleten heute sind alle perfekt. Da sind solche wilden Rock-’n’-Roll-Nummern wie bei James Hunt nicht mehr möglich. Ich glaube nicht, dass ein Fahrer heute Champagner schlürft, sich noch mit einer Frau amüsiert, noch einen Joint raucht und dann ins Auto steigt. Das sind schon andere Zeiten gewesen. Es hat aber auch irrsinnigen Spass gemacht, in diese Zeiten einzutauchen, weil sie einfach so wild waren.

Durften Sie für die Filmszenen auch selber fahren?

Ja, wir durften mehr fahren, als wir dachten. Das waren Formel-3-Wagen, die so in Formel-1-Wagen umgebaut worden waren, dass man das nicht unterscheiden konnte – zumindest konnte ich das nicht. Je sicherer wir uns dann mit den Autos fühlten, desto mehr hat uns die Produktion auch zugetraut; das war sehr schön.

Würden Sie auch gern mal im aktuellen Formel-1-Silberpfeil fahren, wenn Ihnen Niki Lauda als Teamaufsichtsratschef ein entsprechendes Angebot machte?

Klar, da hätte ich Bock drauf. Selbst auf die Gefahr hin, dass ich ihn gleich abwürge. Nico Rosberg hat mir mal sein Lenkrad in die Hand gedrückt mit den 50 000 Knöpfen. Das ist ja Wahnsinn. Vor allem bei diesen Geschwindigkeiten noch so schnell auf Dinge zu reagieren. Ich habe gemerkt, dass es ein so extremer Hochleistungssport ist. Nicht nur körperlich, sondern auch vom Kopf her: dass man innerhalb von Bruchteilen von Sekunden Entscheidungen fällen und auf Dinge reagieren muss. Und diese Spiegel sind ja auch lächerlich. Du musst einfach spüren, wie nah einer wirklich an dir dran ist.

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