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Rasches Ausbessern der Garage

Die einsturzgefährdete Tiefgarage in Sennhof soll nächste Woche wieder benutzbar werden. Das kündigt die Verwaltungsfirma an. Es gibt Massnahmen, die eine Decke stabilisieren können.

Einen Tag nachdem die Tiefgarage der Einfamilienhaussiedlung Bachwis in Sennhof gesperrt worden war, haben die Hauseigentümer ein weiteres Schreiben der Verwaltung erhalten. Die einsturzgefährdete Tiefgarage soll «so rasch als möglich» wieder zur Nutzung freigegeben werden. Das Effretiker Ingenieurbüro EWP, das die Statik der Tiefgarage analysiert und eine sofortige Sperrung empfohlen hatte («Landbote» von gestern), hat seine Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Gemäss André Bättig von EWP brauchen die Experten noch Zeit, um ihre Arbeit zu beenden und Vorschläge zu erarbeiten, wie die Si­tua­tion stabilisiert werden kann. «Es geht jetzt darum, angemessen zu handeln», sagt Bättig. Die über sechzig Hauseigentümer müssen voraussichtlich den Schaden selber tragen, den sie nicht zu verantworten haben. Bättig sagt, es gebe eine Auswahl an Massnahmen. Dar­un­ter befinden sich mehr oder weniger ökonomische Eingriffe. Laut einer Mitteilung der Verwaltung sei das Ingenieurbüro aber zuversichtlich, bereits Anfang nächste Woche in der Lage zu sein, Massnahmen vorzuschlagen. Diese Massnahmen sollen die Tiefga­rage innerhalb weniger Tage wieder nutzbar machen. In der Zwischenzeit drückt die Stadtpolizei weiterhin ein Auge zu, wenn die Bachwis-Bewohnerinnen und -Bewohner ihre Autos auch ausserhalb der markierten Parkfelder abstellen. Durchstanzgefahr und zu starke Durchbiegung der Decke – die Probleme, die sich bei der Tiefgarage der Siedlung Bachwis zeigen, begleiten die Ingenieure und Architekten seit dem Aufkommen der Flachdecken in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Pilz, Schwert oder Anker 1968 erar­bei­te­te der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) die ersten Normen zum Vermeiden eines Durchstanzens von Flachdecken. Dabei bilden sich im Bereich der Pfeiler Risse in der Betondecke. Meist sind diese nicht zu sehen. Ohne Vorwarnung bricht die Decke um die Pfeiler ein – sie wird quasi von ihnen durchstochen. Grosse Räume oder Hallen mit schlanken Pfeilern waren gerade in Mode gekommen. Am oberen Ende der Säulen verzichtete man im Gegensatz zur früheren Bauweise auf Verstärkungen. Der sogenannte Pilzkopf wurde zugunsten von einer grösseren Bauhöhe und mehr Übersicht geopfert. In Tiefgaragen ermöglichte die neue Bauweise eine bessere Ausnützung des Raumes. Sie stellte jedoch höhere Anforderungen an die Planung. Treten Schäden im Bereich der Pfeiler auf und droht ein sogenanntes Durchstanzversagen, gibt es eine Auswahl von Mitteln. Die herkömmlichen Methoden umfassen das Anschweissen von Stahlpilzen an den betroffenen Säulen sowie Stahlschwerter, die angebracht werden können, oder Pilzkonstruktionen aus Beton. In den letzten Jahren hat sich eine weitere Methode eingebürgert. Rund um den gefährdeten Pfeiler werden Stahlanker in die Decke eingelassen und so wird der Bereich stabilisiert. Damit sieht die Decke beinah aus wie vor den Arbeiten. Die Zuganker werden in Löcher eingeführt, die im 45-Grad-Winkel zur Säule in die Decke gebohrt werden. Die Löcher werden mit einer Klebmasse gefüllt, danach werden die Anker gesetzt. Je nach Hersteller verschwinden die Zuganker komplett in der Decke und die Bohrlöcher werden aufgefüllt und verputzt. Oder die Stahlstifte ragen aus der Decke. Die Kosten sind absehbar: Ein Zuganker kostet zwischen 57 und 96 Franken, eine Portion Spezialmörtel ist für 50 Franken zu haben.

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