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Reife Leistung des FCB spät belohnt

Marcelo Diaz und Alex Frei schiessen den FC Basel in den letzten Minuten zum 2:0-Sieg gegen Zenit St. Petersburg. Die Chancen auf den Einzug in die Viertelfinals der Europa League sind damit sehr gut.

Als die Hektik langsam auch den FC Basel befiel, die Dominanz etwas weniger augenfällig war als in der aussergewöhnlich starken ersten Hälfte, und das Publikum wohl insgeheim das zweite torlose Heim-Remis in Folge befürchtete, fand Marcelo Diaz die Lücke doch noch. In seinem wohl besten Auftritt für den FCB verwertete der oft kritisierte Chilene einen von Mohamed Salah provozierten Abpraller zum 1:0. Mit dem einen Tor in der 83. Minute begnügte sich Basel indes nicht. Der verblüffende Schweizer Meister legte nach. Die Basler spürten, wie sehr Zenit mit der Qualität der Einheimischen zu kämpfen hatte und dem Ende entgegen taumelte. Salah, der nicht zu stoppen war und lange nur an der eigenen Präzision gescheitert war, enteilte in der Overtime abermals. Neto drängte ihn ab, der Schiedsrichter taxierte die Intervention (wohl zu unrecht) als regelwidrig – er zückte Rot und Alex Frei verwertete den Penalty Sekunden vor dem Schlusspfiff souverän. Furiose, torlose erste Halbzeit «Wir sind heimstark.» Murat Yakins Botschaft klang am Tag vor dem Duell mit Zenit wie eine Warnung an die Adresse der Russen. Sie bekamen es zu spüren, schon in der ersten Hälfte: Der FCB erstarrte keineswegs in Ehrfurcht vor dem Star-Ensemble, das in der Runde zuvor den FC Liverpool ausgeschaltet hatte, sondern brachte den Favoriten noch und noch in Bedrängnis Obschon Yakin zu Beginn auf Valentin Stocker verzichtete, den formstärkstenSpieler der letzten Wochen, und anstelle von Co-Captain Alex Frei auf Jacques Zoua setzte, trat Basel enorm offensiv auf. Das erste Signal setzte ausgerechnet Serey Die. Der vor allem als robuster Schwerarbeiter bekannte Ivorer düpierte drei Gegenspieler – erst Torhüter Malafejew gelang es, das Solo des Afrikaners zu stoppen. Der russische Meister wurde sofort in einen richtiggehenden Strudel von Problemen gezogen. Immer wieder überraschte Basel den Favoriten mit Angriffszügen in die Tiefe. Speziell Stockers Vertretung Salah verwickelte Zenit immer wieder in heikle Szenen. Innerhalb von 23 Minuten vergab der 20-jährige Ägypter vier erstklassige Chancen. So sehr die Basler drückten, so sehr ärgerten sie sich über die eigene Ineffizienz. «Wir haben vieles richtig gemacht und die Russen klar dominiert, aber es eben verpasst, Tore zu schiessen», wies der FCB-Sportdirektor Georg Heitz schon nach der ersten Hälfte auf das einzige Defizit seines Teams hin. Die Einschätzung Heitz’ galt im Übrigen auch für den Rest der Partie. Der FCB schlug weitere Offerten aus, die Russen schon im Hinspiel entscheidend distanzieren zu können. Zenits Coach Luciano Spalletti reagierte auf die Flut der Basler Möglichkeiten ungehalten. Der Italiener gestikulierte schon früh wild. Ihm passte gar nicht, wie seine Spieler phasensweise vorgeführt wurden, als würde die russische Meisterschaft nicht am kommenden Sonntag in Kasan beginnen, sondern erst erst im April. Zenit enttäuschend Gemessen am Anspruch eines Verein, der zwar in der Gruppenphase der Champions League ausgeschieden ist, sich aber zum Ziel gesetzt hat, die Europa League wie 2008 zu gewinnen, enttäuschte Zenit im nur mit 15’000 Zuschauern besetzten St.-Jakob-Park. Die Nummer 1 der Premier Liga deutete ihr grosses Potenzial nur in wenigen Ausnahmefällen an – wie zum Beispiel in der 69. Minute, als Schirokow nach einem Zuspiel von Hulk am brillant reagierenden FCB-Goalie Yann Sommer scheiterte. Korrigieren kann Zenit den Fehltritt am nächsten Donnerstag im Rückspiel. (si)

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