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Rieter-Lehrlinge brillieren in der «Arena»

Bereit fürs Berufsleben, aber auch gut informiert über das Weltgeschehen – so sollen die abgehenden Lehrlinge der Firma Rieter für die Zukunft gerüstet sein. Dafür absolvierten sie nun spezielle «Bildungstage».

Während dreier Tage setzten sich die angehenden Berufsleute der Firma Rieter mit verschiedenen Themen der Betriebs- und Volkswirtschaft sowie der Politik auseinander. Am Donnerstagnachmittag wurden vier Politiker ins Rieter-Trainingscenter in Töss eingeladen, um in der «Junior-Arena» über Fragen zum Gesundheitswesen, zur Ener­gie­-, Umwelt- und Finanzpolitik zu diskutieren. Die Nationalräte Markus Hutter (FDP), Thomas Maier (GLP), Nationalrätin Chantal Galladé (SP) und Kantonsrat Gregor Rutz (SVP) standen ihrem jungen Publikum während zweier Stunden Rede und Antwort.

Ein heiss diskutiertes Thema und ein offensichtlich grosses Anliegen der Jugendlichen war das Problem der sozialen Sicherung. «Wir werden immer älter», äusserte ein Lehrling seine Bedenken über die Finanzierung der AHV. Ein anderer schlug vor, eine fixe Zeitdauer für die Auszahlung der Pension festzulegen und so das Pensionsalter anzupassen. Die Emotionen kochten hoch, als Markus Hutter ein Modell der Lebensarbeitszeit vorschlug, bei dem beispielsweise Akademiker bis zu einem höheren Alter arbeiten müssten, da sie spät in den Beruf einsteigen. Dies wurde von ETH-Physiker Maier mit einem hörbaren Schnauben missbilligt und er wehrte sich gegen die Vorwürfe Hutters, der sagte, langjährige Studenten nützten die Staatskasse aus. Auch die Lehrlinge waren geteilter Meinung. Eine erfolgversprechende Lösung wurde an diesem Nachmittag nicht gefunden, doch war es ein wertvoller Gedankenaustausch zwischen den Politikern von heute und den Rentenzahlern von morgen.

Politik auf Kuschelkurs

Immer wieder integrierten die Politiker die Si­tua­tion der Jugendlichen in die Diskussion und überzeugten mit realitätsnahen Erklärungen. Hutter bedankte sich bei den Lehrlingen für ihren Einsatz in ihrer Ausbildung, mit der sie das duale Bildungssystem von innen stärken würden. Und Rutz sammelte beim Publikum Sympathiepunkte mit Aussagen wie «Ich habe Prüfungen gehasst». Die Politiker schienen sich nach ihrem gemeinsamen Mittagessen, das der Diskussionsrunde vorangegangen war, gut gesonnen zu sein und verwiesen immer wieder auf die Kompetenz ihrer Berufskollegen.

Polymech-Lehrling Loris Küttel hätte sich denn auch eine etwas hitzigere Debatte gewünscht. «Wir hätten mehr polarisierende Fragen stellen müssen», konstatierte er nach dem Anlass selbstkritisch. Thomas Maier hingegen war sehr zufrieden mit den Fragen seines Publikums und zeigte sich im anschliessenden Apéro beeindruckt über die Eloquenz und das Wissen der Rieter-Lehrlinge.

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