Zum Hauptinhalt springen

Riverrafting-Guide freigesprochen

Nach dem tödlichen Unfall einer Zürcher Schülerin auf einer Riverrafting-Tour bei Gstaad ist am Mittwoch ein Bootsführer von einem Gericht freigesprochen worden. Das Urteil wird weitergezogen.

Der Unfall ereignete sich an einer Engstelle der Vanel-Schlucht zwischen Gstaad BE und Chateau-d’Œx VD. Eine Zürcher Schulklasse war in drei Booten mit Guides im Konvoi auf der Saane unterwegs. An der Engstelle fuhren zwei Boote aufeinander auf, das hintere überschlug sich. Ein 15-jähriges Mädchen verfing sich unter Wasser und konnte erst Minuten später befreit werden. Es starb später im Spital. Der Angeklagte sagte vor Gericht, er habe gesehen, wie das vordere Boot in ruhigeres Gewässer gefahren und plötzlich quer zur Strömung gestanden sei. Er habe befürchtet, es werde seitlich gegen einen Felsbrocken gedrückt und dann kentern. Er habe sich entschieden, vorbeizufahren, um weiter unten die Schüler aus dem Wasser zu fischen. Doch das vordere Boot kenterte nicht. Stattdessen hing es am Felsbrocken fest, der Angeklagte konnte nicht mehr ausweichen und fuhr auf. Der Anwalt der Familie des Opfers hielt die Aussagen des Guides für «reine Schutzbehauptungen». Der Mann habe schlicht nicht genug Abstand gehalten, daran gebe es nichts zu rütteln. Richter Jürg Santschi sagte in der Urteilsbegründung, dass es keine fixen Abstandsregeln gebe. Ohnehin könne der genaue Abstand im Nachhinein nicht mehr festgestellt werden. Der Angeklagte sei deshalb mindestens «in dubio pro reo» freizusprechen. Die Familie des Mädchens nahm das erstinstanzliche Urteil mit Konsternation entgegen. Ihr Anwalt zeigte sich empört und kündigte noch im Gerichtssaal Berufung an.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch