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Roche hat die Nase vorn

Basel. Roche konnte 2012 Umsatz und Gewinn steigern. Für Wachstum sorgten einmal mehr die Krebsmedikamente des Pharmakonzerns. Zumindest im laufenden Geschäftsjahr hat Roche die besseren Aussichten als Konkurrent Novartis.

Nachdem bereits Novartis vergangene Woche positive Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 präsentiert hat, war mit Roche gestern das zweite Basler Pharmaschwergewicht an der Reihe. Auch Roche hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich: Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2011 um 7 Prozent auf 45,5 Milliarden Franken. Der Konzerngewinn von 9,77 Milliarden Franken liegt rund 2 Prozent höher als im Vorjahr. «2012 war für Roche ein sehr gutes Jahr», so die Einschätzung von CEO Severin Schwan.

In der Pharmadivision waren es einmal mehr vor allem die Krebsmedikamente, die für steigende Umsätze sorgten. Bei Avastin beispielsweise, welches als Zusatzmedikament für verschiedene Krebsarten verwendet wird, wurde ein Wachstum von 6 Prozent verzeichnet. Über 60 Prozent des Pharma­umsatzes wird mittlerweile mit Krebsmedikamenten erzielt. Insgesamt stieg der Umsatz der Pharmadivision um 5 Prozent auf 35,23 Milliarden Franken. Die Krebsmedikamente sollen laut Konzernchef Schwan auch in Zukunft die wichtigsten Wachstumstreiber bleiben. So hat Roche beispielsweise zwei neue Produkte zur Behandlung der aggressivsten Form von Brustkrebs. Eines der beiden Medikamente wurde in der Schweiz und den USA bereits zugelassen, für das andere Medikament wurde die Zulassung beantragt.

Neuer Wachstumsbereich

Chancen für zukünftiges Wachstum ortet der Basler Pharmakonzern aber auch in einem anderen Bereich, nämlich bei Produkten gegen Krankheiten des zentralen Nervensystems, wozu etwa Alzheimer und Autismus zählen. In diesem Bereich soll mehr in die Forschung investiert werden.

Mit Blick auf die Absatzmärkte sieht Roche-Chef Schwan vor allem in den Schwellenländern wie China, Brasilien oder Russland weiteres Potenzial. In den USA, dem wichtigsten Markt von Roche, wurde 2012 ein Wachstum von 7 Prozent verzeichnet. Negativ war hingegen die Entwicklung in Europa mit –2 Prozent. Roche erklärt den Rückgang mit anhaltendem Preisdruck und Konkurrenz durch Generika. Martin Vögtli, Analyst bei Kepler Capital Markets, geht nicht davon aus, dass sich dies rasch ändern wird. «Europa bleibt ein harter Markt», sagt er. Abgesehen davon fällt seine Beurteilung des Jahresergebnisses 2012 positiv aus. «Das Ergebnis beinhaltet keine grossen Überraschungen. Der Kernbetriebsgewinn, der verschiedene Sonderfaktoren ausklammert, hat die Erwartungen jedoch um rund 3 Prozent übertroffen», sagt Vögtli. Auch im laufenden und im kommenden Geschäftsjahr rechnet er mit einer positiven Entwicklung. Roche selber erwartet für dieses Jahr ein Wachstum im Rahmen des Vorjahres. Weil bei Konkurrent Novartis 2013 mit einem Nullwachstum gerechnet wird, hat Roche derzeit die Nase vorn. «Roche weist für die nächsten zwei Jahre insgesamt das bessere Risikoprofil aus», sagt Vögtli. Novartis kämpft derzeit mit Rückgängen bei Medikamenten, für die der Patentschutz ausgelaufen ist. Bei Roche dürfte dies laut Vögtli erst ab 2014 wieder zum Thema werden. Aus verschiedenen Gründen, unter anderem weil bereits Nachfolgeprodukte vorhanden seien, sollen die Auswirkungen für Roche aber nicht so gravierend sein.

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