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Rot-grüne Dominanz knapp verhindert

Freiburg. Haarscharf hat der CVP-Mann Jean-Pierre Siggen gestern in einer Ersatzwahl den Sprung in die Freiburger Kantonsregierung geschafft. Damit bleibt der Staatsrat bürgerlich.

Ein Aufatmen ging gestern Nachmittag durch die Reihen der Bürgerlichen, als das Ergebnis bekannt wurde: Jean-­Pierre­ Siggen von der CVP hatte die Wahl in die Freiburger Kantonsregierung gepackt – mit gerade mal 562 Stimmen Vorsprung auf seinen Kontrahenten, SP-Nationalrat Jean-François Steiert.

Theoretisch hätte das Bündnis von CVP, SVP und FDP, das Siggen unterstützte, diesem rund zwei Drittel der Wählerstimmen sichern können. Mit Steiert hatte Siggen allerdings einen bestens bekannten und gut vernetzten Gegenspieler mit viel nationaler Politerfahrung. Am Ende wurde der zweite Wahlgang zur Nervenprobe.

Das Resultat komme für ihn «als Erfrischung, nachdem ich sehr viel geschwitzt habe», sagte Siggen. Tatsächlich hatte sich der CVP-Mann in den letzten Wochen mächtig ins Zeug gelegt, um seine fehlende Bekanntheit wettzumachen, indem er zahlreiche volksnahe Veranstaltungen besuchte.

Wahlverlierer Jean-François Steiert zeigte sich zufrieden mit seinem guten Abschneiden, gleichzeitig aber auch enttäuscht, dass es letztlich knapp nicht zur Wahl gereicht hatte. Er habe offensichtlich Stimmen von weit ausserhalb der SP erhalten, analysierte Steiert.

Linke Mehrheit gab es noch nie

Wäre Steiert als Wahlsieger hervorgegangen, hätte der Kanton Freiburg erstmals in seiner Geschichte eine rot-grün dominierte Kantonsregierung. So bleiben die Kräfteverhältnisse im Staatsrat aber unangetastet. Die Kantonsregierung setzt sich wie bisher aus drei CVP-Mitgliedern, zwei SP-Leuten, einem FDP-Mann und einer Grünen zusammen. Mit Siggens Wahl konnte die CVP den Sitz der abtretenden Erziehungs- und Kulturdirektorin, Isa­belle Chassot, verteidigen.

Am Schluss wurde es knapp

Dass es zwischen Siggen und Steiert eng werden würde, hatte sich schon im ersten Wahlgang Ende September abgezeichnet. Schon damals lag Siggen hauchdünn vor Steiert. Allerdings erreichte keiner der Kandidaten das absolute Mehr.

Im zweiten Wahlgang lag Siggen gestern von Anfang an in Führung. Als die Agglomerationsgemeinden im Raum Freiburg ausgezählt waren, wurde es aber nochmals eng zwischen den Kontrahenten. Am Ende konnte Siggen jedoch alle Bezirke für sich entscheiden bis auf einen. Im bevölkerungsstarken Saanebezirk mit der Hauptstadt Freiburg hatte Steiert die Nase vorne.

Der 51-jährige CVP-Mann Jean-Pierre Siggen gilt als tatkräftig, aber auch umsichtig. In seinem Amt als Vertreter der Freiburger Arbeitgeber sieht er sich als Kämpfer für die KMU-Betriebe. Nach seinem Studium war Siggen als Vizedirektor des Schweizerischen Gewerbeverbandes und als Berater der Bundesräte Flavio Cotti und Joseph Deiss tätig. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Siggen nun Direktor des Freiburger Arbeitgeberverbandes.

Politisch war der CVP-Mann in der Stadt Freiburg und seit 2006 im Freiburger Kantonsparlament aktiv. Der neu gewählte Staatsrat ist offenbar auch ein versierter Nutzer von Social-Media-Plattformen. «Merci! Danke!», twitterte er kurz nach seiner Wahl und lieferte auch gleich das erste offizielle Foto der neuen Kantonsregierung nach. (sda)

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