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Rückfälliger Internet-Betrüger muss ins Gefängnis

zürich. Ein Arbeitsloser aus Effretikon hat mit entwendeten Kreditkartendaten Waren und Dienstleistungen für über 40 000 Franken ertrogen. Nun kassierte der geständige Täter vor Ober- gericht eine teilbedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr.

«Es war Verzweiflung und finanzielle Not», erklärte sich der 27-jährige Kroate die Tatmotive für seine Betrugsserie. Fest steht, dass der gelernte Kaufmann aus Effretikon bereits ab Sommer 2008 keine Arbeit mehr fand. «Ich war zu stolz, um das Sozialamt aufzusuchen», blickte er zurück. Er wurde lieber kriminell. Nicht auf der Strasse, sondern im Internet. So suchte er gezielt nach Kreditkartendaten von anderen Personen und führte damit diverse illegale Onlinebestellungen durch.

Allerdings flog der ledige Mann bald auf und kassierte im Dezember 2008 eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 70 Franken. Trotz der Vorstrafe delinquierte er weiter. Die Staatsanwaltschaft führte aus, wie der Beschuldigte innerhalb von zehn Monaten mit 400 Einzelaktionen im Namen von diversen ahnungslosen Geschädigten zahlreiche Waren und Dienstleistungen bestellte. Als der Beschuldigte erneut aufflog, hatte er einen Deliktsbetrag von über 40 000 Franken ergaunert.

Obergericht: Sitzen statt zahlen

Der geständige Angeschuldigte musste sich im letzten Januar zunächst am Bezirksgericht Pfäffikon verantworten. Dieses verurteilte den Rückfalltäter wegen gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Sechs Monate davon sollte der Betrüger im Gefängnis absitzen. Zum Unwillen des Beschuldigten, der Berufung einlegte und gestern am Obergericht erschien. Der Verteidiger sprach von einer falschen Art der Strafe und setzte sich für eine unbedingte Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 100 Franken ein. Ein Freiheitsentzug wäre kontraproduktiv, plädierte der Rechtsanwalt und verwies darauf, dass sein Klient heute in einer Bar arbeite und monatlich über 4000 Franken verdiene.

Das Obergericht blieb hart. Der Beschuldigte habe sich zu viel geleistet und während einer laufenden Strafuntersuchung weiterbetrogen. Das Obergericht verneinte auch eine finanzielle Notlage und machte auf die hohe Deliktsumme aufmerksam. Es komme nur noch eine Freiheitsstrafe in Frage. Die Hälfte der zwölf Monate soll der Beschuldigte verbüssen.

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