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Rüschlikon will Steuern erhöhen

Auch die steuergünstigste Gemeinde im Kanton Zürich plant eine Steuererhöhung: um 3 auf 75 Prozent.

Vor zwei Jahren machte die Gemeinde Rüschlikon Schlagzeilen, weil sie eine Rekordsumme in den kantonalen Finanzausgleich für 2013 abliefern musste. Den Goldregen hatte Glencore-Manager Ivan Glasenberg verursacht, dessen Firma 2011 an die Börse gegangen war, sodass die Gemeinde im Geld schwamm. Diese Zeiten sind vorbei. Auch in Rüschlikon herrscht wieder finanzieller Normalbetrieb.

Noch immer geht es der Gemeinde aber sehr gut. Das spiegelt sich im Steuerfuss, der seit 2012 bei 72 Prozent liegt – so tief wie nirgends sonst im Kanton. Jetzt aber beantragt die Gemeinde eine Erhöhung um 3 auf 75 Prozent für 2015. Kommt es zur Erhöhung, bleibt Rüschlikon trotzdem voraussichtlich Tiefsteuer-Spitzenreiterin. Denn Küsnacht, derzeit auf 75 Prozent, will ebenfalls um zwei Punkte erhöhen.

Mehrkosten überall

Gemeindepräsident Bernhard Elsener (CVP) sagt, die Steuererhöhung sei nötig, um die Finanzen mittel- und langfristig im Gleichgewicht halten zu können. Zu Buche schlagen im 70-Millionen-Haushalt laut seinen Angaben Mehrausgaben in den Bereichen Schule, Soziales und Pflegeversicherung. Bemerkbar mache sich insbesondere der Kantonsratsbeschluss von 2010, wonach die Gemeinden für die Pflegekosten aufzukommen haben, während der Kanton die Spitäler finanziert. Die demografische Entwicklung treibe die Kosten weiter an, da sie zusätzliche Investitionen nötig mache. Allerdings ist Rüschlikon mit diesen Kostentreibern kein Einzelfall. «Den Druck spüren ­alle Gemeinden», sagt Elsener. Und relativiert die Verschlechterung: 2011 betrug der Steuerfuss 79 Prozent.

Sofern die Gemeindeversammlung die Erhöhung im Dezember bewilligt – woran Elsener nicht zweifelt –, bleibt im Rüeschliker Budget 2015 noch immer ein Defizit von 5 Millionen Franken. Die Gemeinde hat aber ein dickes Eigenkapitalpolster von 28 Millionen. Zu den Tiefsteuer-Konkurrenten von Rüschlikon gehören Kilchberg (76 Prozent), Uitikon (77) oder Neerach (76). tsc

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