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Ruhig wohnen am Bach, günstig anderswo

Die Stadt will an drei Orten Wohnbauland verkaufen: Das Busdepot Deutweg und eine Wiese in Wülflingen sind für Baugenossenschaften reserviert. Das Zeughaus soll noch mehr gute Steuerzahler bringen.

Auf einer Stadtrundfahrt stellten drei Stadtratsmitglieder gestern drei grosse Grundstücke in einen Zusammenhang und sprachen von einer «Strategie». Rund 120 günstige Wohnungen soll eine Genossenschaft (wenn möglich eine aus Winterthur) im Maienried ­bauen. Das städtische Grundstück am Hang oberhalb der viel befahrenen ­Salomon-Hirzel-Strasse in Wülflingen misst 16 000 Quadratmeter. Es sei sonnig, liege nah bei Schulen und Bus und sei keine schlechte Adresse, sagte Bauvorsteherin Pearl Pedergnana (SP). 50 bis 60 der Wohnungen sollen von Stadt und Kanton subventioniert werden, wobei die Mieter nicht nur wenig verdienen dürfen, sondern auch seit mindestens zwei Jahren in Winterthur leben müssen. Die ausgewählte Genossenschaft muss zudem im Maienried oder sonstwo in der Stadt zehn, später zwanzig Sozialwohnungen bereitstellen für Leute, die nirgends sonst eine Bleibe finden. Ebenfalls an eine Winterthurer Genossenschaft will der Stadtrat das Areal des alten Busdepots Deutweg abgeben. Das sind gut 10 000 Quadratmeter, was für gegen 100 Familienwohnungen plus Gewerbe reicht. Der Stadtrat will das Areal zu einer viergeschossigen Wohnzone machen, Gewerbebetriebe würden wohl entlang der Tösstalstrasse den Lärm abschirmen. Wie im Maienried wird das Areal im Baurecht abgegeben. Dass die Genossenschaften wieder einmal zum Handkuss kommen, hat unter anderem mit dem dritten Areal zu tun, das die Stadt bebauen lassen will. Beim Zeughaus hatte ein Investorenwettbewerb den Landpreis auf 1679 Franken pro Quadratmeter getrieben, was zu heftigen Protesten führte. Zeughaus ist 36 Millionen wert Die älteren altstadtnäheren Zeughäuser sind geschützt und werden zu einem nachhaltig geprägten Gewerbe- und Gastrozentrum umgenutzt. Der Stadtrat hatte diesen Arealteil dem Bundesbetrieb Armasuisse schon 2009 für 5,9 Millionen Franken abgekauft. Der südliche Teil des Zeughauses gehört noch der Armasuisse, und die Stadt ist Besitzerin der Wiese, die daran anschliesst. Diese Grundstücke sollen der Immobilienfirma Specogna verkauft werden, die Eigentums- und Mietwohnungen im mittleren bis ge­hobenen Segment bauen will. Der Stadt bringt das 10 Millionen ein, dem Bund 20. Für den Fall, dass Specogna nicht baut, hat sich die Stadt ein Rück- respektive Vorkaufsrecht gesichert. Der hohe Landpreis hatte vor zwei Jahren zu Kritik von Genossenschaften geführt und zur Wohnbauin­itia­ti­ve der sozial denkenden Parteien. Finanzvorsteherin Verena Gick (FDP) verteidigte das Vorgehen: «Die Stadt braucht auch die guten Steuerzahler.» Stadtpräsident Ernst Wohlwend (SP) sprach von einer «familienfreundlichen» Siedlung.

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