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Russikon kämpft vor Gericht für den Schlittelweg

Die Gemeinde will sich vom Statthalter nicht sagen lassen, welche Strassen sie fürs Schlitteln sperren darf – und zieht vor Verwaltungsgericht.

Die dreizehn Gegner der Schlittelstrasse hatten wohl schon den Champagner kalt gestellt. Für kurze Zeit sah es so aus, als ob die Hombergstrasse zwischen Wilhof und Russikon nie wieder zur langen Schlittelbahn und Winterattraktion der Umgebung werden würde. Doch nun macht ihnen die Gemeinde einen Strich durch die Rechnung: «Wir ziehen vor Verwaltungsgericht», sagt deren Präsident Eugen Wolf und ergänzt: «In der Überzeugung, dass wir gewisse Chancen haben.» Vor Verwaltungsgericht fechtet Russikon die jüngste Verfügung des Statthalters an. An diesen gelangten im letzten Jahr die dreizehn Gegner der Schlittelstrasse. Sie beklagten, es sei viel zu gefährlich, die Strasse für den Schlittelspass der Kinder zu sperren. Sie sei die sicherste Verbindung nach Russikon. Bei den kleineren Strassen, die ebenfalls nach Russikon führen, sei zum Beispiel das Kreuzen nur möglich, wenn man auf die Wiese ausweiche. Zudem habe eine Strassensperrung auch gefährliche Umwege für Rettungskräfte zur Folge. Statthalter Hans Rudolf Kocher stimmte den Bedenkenträgern schliesslich zu, verbot der Gemeinde die Strasse für Schlittelzwecke zu sperren und sagte: «Ich bin selbst ein Schlittelfreund. Aber in diesem Fall geht die Sicherheit vor.» Gemeinde pocht auf ihre Autonomie Doch Russikon will weder das Verbot noch die Vorwürfe bezüglich mangelnder Sicherheit auf sich sitzen lassen. Vor Verwaltungsgericht pocht die Gemeinde auf ihre Autonomie und das öffentliche Interesse. «In unserer Polizeiverordnung steht, dass wir selbst bestimmen dürfen, ob wir eine Strasse fürs Schlitteln sperren», sagt Gemeindeschreiber Marc Syfrig. Und in diesem Fall wiege das öffentliche Interesse höher als jenes der privaten Gegner. Das grosse öffentliche Interesse an der Schlittelstrecke schliesst die Gemeinde aus der Petition, die Dorfbewohnerinnen und -bewohner im letzten Herbst eingereicht haben – unterschrieben von knapp 500 Personen. Initiantin Franca Rütimann freut sich denn auch besonders über den Gang vor Verwaltungsgericht. «Das ist toll. Hoffentlich können wir künftig wieder die Hombergstrasse runterschlitteln.» Dass Russikon in einem warmen Winter wie diesem aber überhaupt um eine Schlittelstrecke kämpft, hat einen tieferen Grund. «Wir brauchen einen richtungsweisenden Entscheid», sagt Schreiber Syfrig. Je nach Richterspruch wird die traditionelle Schlittelstrecke in künftigen Wintern wieder freie Bahn haben – oder kaum mehr zur Schlittel-strasse umgewandelt werden können.

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