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Saftig und würzig, die Fasnacht beginnt

Das Fasnachtskomitee Fakowi freut sich an den Patzern der Politik, denn das gibt in zehn Tagen Stoff für einige Sparsujets. Und es muss selber ein bisschen sparen: Die Plakette ist dünner als andere Jahre.

Schneeschaufeln aus Spargründen! Keine Schulreisen mehr? Es war klar, dass diese möglichen Folgen der Winterthurer Sparpolitik zu Fasnachtssujets werden würden. So schlimm wie befürchtet ist es nun aber doch nicht gekommen, weil offensichtlich Frau Holle Mitleid hatte mit der gebeutelten Stadt. Der Zufall will es, dass die Stadt wie das Fasnachtskomitee ausgerechnet in ihren Jubiläumsjahren sparen müssen. Die Stadt feiert ihr 750-, das Fakowi sein 75-Jahr-Jubiläum. Und auch die Fakowi-Plakette musste abgespeckt werden; sie ist etwas günstiger produziert und ein bisschen dünner. Und sie spielt mit den Zahlen 750 und 75. Die Null symbolisiere einen Rettungsring, sagte Plakettenchef Manfred Gutjahr. Man könnte darin auch einen Trauerkranz erkennen. Neuerungen trotz Tradition Vier Mitglieder des Fasnachtskomitees haben gestern über die Neuerungen an der Winterthurer Strassenfasnacht informiert. «Jung und dynamisch, aber trotzdem traditionell» sei sie, sagte Fakowi-Präsident Thomas Steffen. Neu ist das Narrendorf auf dem Platz hinter dem Manor, wo auf dem Musikpavillon Guggen aufspielen und Hexen abtanzen werden und wo es statt eines Zeltes mehrere, auch ruhigere Hütten und Bars haben wird. Neu ist auch, dass der Kinderumzug zum ersten Mal seit 75 Jahren die Stadthausstrasse hinunterführt. Der grosse Publikumsaufmarsch habe dies nötig gemacht, sagte Steffen, die Sicherheit in der Marktgasse sei nicht mehr gewährleistet gewesen. Für Stadtbus bedeutet das Umwege fahren, der Montag gilt im Fahrplan als Werktag. Neu sind zudem mehrere Bierstände des Sponsors Euelbräu, wo es freilich auch Nichtalkoholisches gibt. Beim Kinderumzug am Montag gibt es ausser der neuen Route noch zwei Änderungen zu vermelden. Statt der Wienerli, die leider oft nur halb gegessen liegen blieben, gibt es nach getaner Marscharbeit neu ein Schoggibrötli (das sei keine Sparmassnahme!); und maskierte Familiengruppen defilieren nach den Kindergärtlern, den Unter- sowie den Mittelstufenkindern als eigene, vierte Gruppe im langen Zug. 85 000 Zuschauer erwartet Unverändert bleiben am Freitag der Guggencorso (Details unten) und die Altstadt-Dudlätä, 35 Guggen nehmen daran teil. Am grossen Umzug am Sonntag marschieren 70 Gruppen mit 2000 Fasnächtlern von nah und fern durch die Gassen. Eine Haupteinnahmequelle der Fasnachtsgesellschaft sind die Plaketten. Es gibt sie in Kupfer für 10 und in Gold für 30 Franken, in Silber mit und ohne Goldzahl für Mitglieder und Helfer sowie neu im Miniformat für VIPs. Wer sich sehr wichtig fühlen will, zahlt 75 Franken und hat dafür beste Sicht auf den Umzug von der Terrasse des «Stella del Centro» samt Verpflegung dort. Diese Miniplaketten heissen Vipli und sind ausschliesslich bei Komiteemitgliedern erhältlich. Die übrigen Plaketten werden von Fasnachtsgruppen und von freien Verkäufern abgesetzt, von Letzteren werden noch einige gesucht. Plakettenchef Gutjahr hofft, 3500 Kupferplaketten und 300 güldene verkaufen zu können. Das Recht, den ÖV zu benutzen, ist jedoch nicht im Preis inbegriffen, und um die Altstadt zu betreten, ist keine Plakette nötig. Trotzdem hofft Gutjahr, dass sich unter den erwarteten 85 000 Fasnachtsbesuchern genügend Käufer finden lassen. Also: In zehn Tagen sind die Narren los. Willkommen und Humba Täterä!

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