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Salven, Tango und gute Wünsche

Der neu gewählte Bundespräsident Ueli Maurer wurde gestern in seinem Heimatkanton Zürich trotz eisiger Kälte warm empfangen.

Ein festlich geschmücktes Perron und Marschmusik: Pünktlich um 14.14 Uhr traf gestern der Sonderzug aus Bern mit dem frisch gewählten Bundespräsidenten Ueli Maurer (SVP) im Zürcher Hauptbahnhof ein. Empfangen wurde der hohe Würdenträger von der gesamten Kantons- und Stadtregierung sowie von ein paar neugierigen Passanten, welche sich von der bitteren Kälte nicht abhalten liessen. Maurer, der überwältigt und auch etwas verlegen wirkte, schüttelte zahlreiche Hände und wechselte da und dort ein paar Worte. Begleitet wurde er von Bundesparlamentariern, die mit ihm aus Bern angereist waren. Etwa von seinen Parteikollegen Toni Bortoluzzi, Caspar Baader, Hans Fehr, This Jenny und Christoph Mörgeli. Aber auch von Politikern, die das Heu sonst nicht auf der gleichen Bühne haben, zum Beispiel von Felix Gutzwiller (FDP), Kathy Riklin (CVP) oder Chantal Galladé (SP). Die illustre Karawane bewegte sich dann zum nahe gelegenen Landesmuseum. Dort ging es festlich weiter – und vor allem laut: historisch uniformierte Landjäger der Zürcher Kantonspolizei feuerten von der Terrasse des Museums einen Salutschuss zu Ehren des neuen Bundespräsidenten ab. Daraufhin begaben sich die geladenen Gäste in den geheizten Platzspitz-Pavillon. Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) sagte in ihrer Rede, dass es wohl keinen sinnigeren Ort für diese Feier gäbe: «Das Landesmuseum repräsentiert die Vergangenheit der Schweiz. Sie werden nun für ein Jahr die Schweizer Gegenwart repräsentieren.» Dazu wünschte sie Maurer im Namen der Stadtregierung viel Freude sowie viele gute und interessante Begegnungen. Mit «lieber Ueli» viel persönlicher war die Ansprache von Regierungspräsident Markus Kägi (SVP). Er war voll des Lobes für den Verteidigungsminister. Maurer sei ein Politiker, der sich stets nach dem Wohle der Schweiz richte. Dabei sei er nie «altväterisch, selbstzufrieden oder bequem». Für den Kanton Zürich bedeute seine Wahl zum Bundespräsidenten eine grosse Ehre, und man sei stolz auf jede Minute, die man mit ihm verbringen dürfe. Schliesslich ergriff die amtierende Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) das Wort: Sie erinnerte daran, dass es in der Schweiz über die Parteigrenzen hinaus möglich sei, Brücken zu bauen. Zusammenhalt sei gerade in Zeiten wichtig, «in denen uns nicht nur vom Norden her ein rauer Wind entgegenweht». Sie schätze Maurer für seine gradlinige Art und für seine Fähigkeit, auf die Leute zuzugehen. «Vielleicht kannst du es sogar bewerkstelligen, das Gripen-Virus zu übertragen», scherzte sie und überreichte ihrem Amtsnachfolger ein Gripen-Modellflugzeug. «Dieses Flugzeug habe ich bereits finanziert», versicherte sie. «Lieber Bier und Cervelat» Zwischen den Reden gab es klassische Musik und Tangoklänge von Astor Piazzolla. Zum Abschluss wandte sich Maurer selbst ans Publikum. Er machte klar, dass er solche grossen Anlässe eigentlich nicht sonderlich schätze: «Ein Bier und ein Cervelat wäre mir lieber.» Das Amt des Bundespräsidenten sei eigentlich wichtig durch das, was es nicht sei: kein Staatspräsidium und nichts Abgehobenes. Der Bundespräsident sei Teil eines Gremiums. Unter Repräsentation verstehe er vor allem, den Menschen zuzuhören, sie ernst zu nehmen und ehrlich zu sein. Auch als Bundespräsident werde er diesem Motto treu bleiben, sagte er. Nach der offiziellen Feier reiste die ganze Gesellschaft mit dem Zug an Maurers Wohnort Hinwil im Zürcher Oberland. Empfangen wurden die 600 geladenen Gäste von Gemeindepräsident Germano Tezzele, Feuerwehrmännern, Soldaten, Polizisten und der Zürcher Miliz-Compagnie 1861 aus Uster, die mit ihren bajonettbestückten Langgewehren besondere Aufmerksamkeit auf sich zogen. «Nach Hinwil kehre ich immer wieder gerne zurück», sagte Maurer in seiner Rede auf dem Gemeindeplatz. «Hier schöpfe ich beim Biken am Bachtel Kraft für mein Amt.» Er freue sich, schloss er, dass er in seinem Amtsjahr «mit starken Wurzeln aus Hinwil» die Schweiz da und dort repräsentieren dürfe.

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