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Samba an der ZHAW

Ein Brasilien-Tag an der ZHAW stellte den krönenden Abschluss der «International Week» dar. Eingeladen waren auch die Fifa und der Botschafter.

Mit einer leicht bekleideten Sambatänzerin und einer kampftänzerischen ­Capoeira-Darbietung begann gestern die Veranstaltung «Brasilien im Fokus» des Wirtschaftsdepartements der ZHAW. Sie stellte zugleich Ende und Höhepunkt der «International Week 2014» dar. Die steigende wirtschaftliche Bedeutung Brasiliens und nicht zuletzt die Fussballweltmeisterschaft im Juni waren die Gründe, das Land in den Mittelpunkt zu stellen. Der kulturelle Teil setzte sich mit dem Eröffnungsredner, dem brasilianischen Botschafter Igor Kipman, fort. Unter dem Titel «200 Jahre Partnerschaft zwischen Schweiz und Brasilien» präsentierte Kipman wenig ­bekannte Fakten, unter anderem dass die Marke Nescafé auf brasilianischen Wunsch hin kreiert worden war. Das Land ist der zweitgrösste Markt für Nestlé. Es folgten wirtschaftliche Eckpunkte. Beispielsweise, dass die Hälfte aller Schweizer Investitionen in Lateinamerika in Brasilien eingesetzt werden. Carlos Arruda, Experte für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, präsentierte Fakten aus dem WEF-Report zur globalen Wettbewerbsfähigkeit. Brasilien rangiert zurzeit auf Platz 56 von insgesamt 148. Seit 2012 ist es acht ­Plätze abgestiegen. «Brasilien holt auf, allerdings nicht linear. Man darf die Komplexität des Landes nicht ausser Acht lassen», kommentierte Arruda. Die Schweiz belegte dieses wie letztes Jahr Platz eins. Weiter listete Arruda drei Faktoren auf, die sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens auswirken: die Binnenwirtschaft – das sei auch dar­an zu sehen, dass weniger exportiert und mehr importiert werde –, die Erwerbstätigkeit und die gesellschaftlichen Werte Brasiliens. «Die Familie ist wichtig, aber Beziehungen sind das, was zählt.» Auf das Positive folgten sogleich vier negative Faktoren. Zu verbessern seien die öffentlichen und privaten In­sti­tu­tio­nen, die Infrastruktur, Gesetzgebung und Steuern und Ausbildung. Für ein Unternehmen in Brasilien gebe es 36 verschiedene Arten, um Steuern zu bezahlen. Das sei nicht im Mindesten wettbewerbsfähig. Am En­de sagte er: «Ich kann Ihnen alle Fragen zur Zukunft beantworten, ausser zur Zukunft Brasiliens. Die ist praktisch nicht vorauszusagen.» «Niemand wird gezwungen» Auch ein Fifa-Vertreter gab sich die Ehre. Der Kommunikationschef Alexander Koch sagte, er werde oft gefragt, ob es sich für ein Land wie Brasilien lohne, eine Weltmeisterschaft zu organisieren. Worauf er jeweils erwidere, alle sich bewerbenden Länder wollten den Cup unbedingt bei sich, niemand werde gezwungen. Auf die Proteste in Brasilien gegen die Weltmeisterschaft ging er nicht ein. «Es gibt keinen Plan B für die Fifa. Brasilien ist bereit für die WM», sagte Koch.

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