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Sauber weit vorne und gefragt

AUSTIN. Mit Unterstützung einer grossen mexikanischen Fan-Kulisse ist Sauber in Texas das beste Training der ganzen Saison gelungen.

Nichts Neues im Westen: Sebastian Vettel hat auch den ersten Trainingstag zum Grossen Preis der USA dominiert. Der bereits vierfache Weltmeister di­stanzierte mit seinem konkurrenzlosen Red Bull-Renault seinen Teamgefährten Mark Webber um 0,115 Sekunden und die nachfolgenden Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton, der sich in seinem neuen Chassis wesentlich wohler fühlt, bereits um rund eine halbe Sekunde. Dahinter reihten sich gleich drei positive Überraschungen ein: Heikki Kovalainen, Kimi Räikkönens Ersatz bei Lotus, und das ambitionierte Sauber-Duo Esteban Gutiérrez/Nico Hülkenberg. Romain Grosjean, Jenson Button und Fernando Alonso komplettierten die Top 10.

Sauber im Mittelpunkt

Nicht nur wegen der vorzüglichen Trainingsresultate und der Plätze 6 für den diesmal schnelleren Gutiérrez und 7 für Hülkenberg im Tagesklassement steht auf dem bereits gestern ausgezeichnet besuchten Circuit of the Americas das Sauber-F1-Team im Mittelpunkt. Die Schweizer haben trotz ihrer noch immer angespannten, sich aber positiv entwickelnden Finanzlage plötzlich wieder gute Karten im Fahrerpoker, geniessen dank der grossen Mexiko-Fraktion auch an der Piste viel Support, profitieren von einer originellen Social-Media-Kampagne mit dem amerikanischen Rennstall von Chip Ganassi und können mit Simona De Silvestro einen in der US-Rennszene bestens eta­blier­ten Gast präsentieren.

Die 25-jährige Waadtländerin mit Winterthurer Wurzeln, die in der abgeschlossenen Saison als dritte Frau nach Danica Patrick und Sarah Fisher einen IndyCar-Podestplatz erreicht und den 13. Schlussrang erobert hat, steht vor jeder Kamera und jedem Mikrofon, freut sich über das enorme Interesse und gibt auch offen zu, den langjährigen Traum von der Formel 1 noch nicht abgehakt zu haben. «Diese Autos direkt an der Piste zu erleben, ist schon etwas Eindrückliches», findet sie. «Ganz besonders angetan haben es mir die Kurvengeschwindigkeiten und der geniale Sound. Dieses Gefühl möchte ich auch einmal im Cockpit geniessen.»

Ihre Pläne für die kommende Saison sind noch nicht konkretisiert. In der IndyCar-Serie gibt es nach dem Zwangsrücktritt von Dario Franchitti einen zusätzlichen attraktiven Platz im Ganassi-Team und dazu weitere Möglichkeiten auch beim bisherigen Arbeitgeber. Noch ist aber alles offen.

Lotus unter Druck

Das immer wahrscheinlichere Scheitern des längst verkündeten Einstiegs einer nicht über alle Zweifel erhabenen Investorengruppe aus Asien hat neue Bewegung in den sich zuspitzenden Formel-1-Transfermarkt gebracht. Da Red Bull, Mercedes, Ferrari und zuletzt auch noch McLaren und Williams die Weichen für 2014 definitiv gestellt haben, wäre Lotus aus sportlicher Hinsicht die attraktivste Adresse mit freien Cockpits. Die immer undurchsichtigere finanzielle Si­tua­tion des Teams lässt die angepeilten Wunschkandidaten Nico Hülkenberg und Pastor Maldonado aber zögern und rät zur Prüfung von Alternativen, als die sich einzig noch Sauber oder Force India anbieten.

In diese Richtung schielt nach seiner schmerzhaften Ersetzung durch den Dänen Kevin Magnussen bei McLaren nun auch der 23-jährige Mexikaner Sergio Pérez, der in Austin wie Saubers Gutiérrez von Tausenden Landsleuten unterstützt wird. Nicht mehr in Stein gemeisselt scheint bei Lotus aufgrund der jüngsten Entwicklung trotz der zuletzt guten Resultate auch der Sitz des Genfers Romain Grosjean.

Gute Kunde aus dem Lotus-Team gibt es einzig vom scheidenden Kimi Räikkönen und von dessen Ersatz. Heikki Kovalainen fand sich sofort zurecht im Auto und beendete das Freitagtraining klar vor dem Stammpiloten auf dem fünften Platz. Die Rückenoperation seines Landsmanns in der Strassburger Universitätsklinik ist gemäss Aussagen des verantwortlichen Arztes Afshin Gangi erfolgreich verlaufen. Der nächstjährige Ferrari-Fahrer soll aber nach einer vier- bis sechswöchigen Zwangspause sofort wieder mit dem physischen Training beginnen können und rechtzeitig für den Trainingsbeginn Ende Januar in Jerez wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein.

Die Operation war notwendig geworden, weil die von einem Testunfall in Magny-Cours im Premierenjahr mit Sauber 2001 herrührenden Rückenschmerzen immer stärker geworden waren und beinahe schon zu einem Forfait für den GP von Singapur geführt hätten. Nach Angaben von Manager Steve Robertson sollen die Beschwerden zuletzt so heftig gewesen sein, dass Räikkönen nicht mehr ohne Schmerzmittel schlafen konnte. Der medizinische Eingriff war dem Weltmeister von 2007 wichtiger als die Verteidigung des dritten Platzes in der Fahrer-Weltmeisterschaft gegen Hamilton, Webber und Rosberg.

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