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SBB-Bus kann noch nicht starten

Eigentlich hätten diesen Sonntag erstmals Busse der SBB von Zürich nach München fahren sollen. Doch das umstrittene Projekt verzögert sich, weil die nötige Bewilligung nicht vorliegt.

Die Aufregung war gross, als im Sommer bekannt wurde, dass die SBB und die Deutsche Bahn ihre Passagiere künftig mit Bussen von Zürich nach München chauffieren wollen. Die Bahn kannibalisiere sich damit selbst, hiess es von Kritikern. Die Kundenvereinigung Pro Bahn Schweiz sprach gar von einer Bankrotterklärung der Eisenbahn, wenn die SBB von den Schienen auf die Strasse umstiegen. Nun gibt es für die Skeptiker Grund zur Schadenfreude, denn der Bahnbus erleidet einen Dämpfer: Eigentlich hatten die SBB angekündigt, die Linie pünktlich zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember in Betrieb zu nehmen. Doch daraus wird nun nichts, wie SBB-Sprecherin Lea Meyer auf Anfrage bestätigt. Der Start verschiebe sich um einige Zeit, sagt sie. Wann die ersten Busse fahren können, sei derzeit noch unklar. Erste Busse sollen schon Ende 2013 fahren Der Grund für die Verzögerung: Die Deutsche Bahn und die SBB haben bisher für ihr Projekt keine Bewilligung erhalten. Das Verfahren dazu ist kompliziert: Beantragt hat die Genehmigung die Deutsche Bahn beim bayrischen Verkehrsministerium. Allerdings muss bei grenzüberschreitenden Linien auch die Schweiz ihr Einverständnis ­geben. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat zu diesem Zweck eine Vernehmlassung durchgeführt, wobei sich der Kanton Zürich sowie Unternehmen aus dem Bereich öffentlicher Verkehr äussern konnten. Basierend auf den Antworten werde der Bund eine Empfehlung zuhanden der deutschen Behörden abgeben, sagt BAV-Sprecher Andreas Windlinger. Noch ist die Vernehmlassung nicht abgeschlossen. Wie lange die Auswertung dauern wird, kann Windlinger nicht sagen. Er rechnet aber damit, dass es noch vor dem Jahreswechsel klappt. Dann sind die Bayern am Zug. Wie viel Zeit sie brauchen, um die Bewilligung zu erteilen, ist ebenfalls offen. SBB-Sprecherin Lea Meyer ist aber zuversichtlich: «Wir rechnen damit, dass noch im Jahr 2013 die ersten Busse fahren.» 19 Euro für Zürich–München Die Chancen für die Bewilligung stehen grundsätzlich gut. Hinweise, dass die deutschen Behörden das Gesuch abschmettern könnten, gibt es keine. Denn bereits bedienen mehrere andere deutsche Unternehmen die Strecke Zürich–München mit Fernbussen. Ob sich in der Schweizer Vernehmlassung Widerstand gegen das Vorhaben abzeichnet, will BAV-Sprecher Windlinger mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht sagen. Sicher ist: Der Kanton Zürich steht dem SBB-Bus positiv gegenüber. Man habe ge­gen­über dem Bund lediglich dar­auf hingewiesen, dass die Busse in Zürich ausschliesslich auf dem Carparkplatz Sihlquai halten dürfen, heisst es bei der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion. Die SBB betonen nach wie vor, es handle sich beim Bus um ein vorübergehendes Angebot. Es soll so lange bestehen, bis die Bahnstrecke zwischen Lind­au und München elektrifiziert ist und jeweils kein zeitaufwendiger Wechsel auf Dieselloks mehr nötig sein wird. Angekündigt ist diese Aufbesserung für das Jahr 2020. Bis dahin sollen die Busse mit deutscher Autonummer viermal täglich zwischen München und Zürich fahren. Zusammen mit dem IC-Zug ergäbe das einen Zweistundentakt. Die Fahrt ist mit 19 Euro deutlich günstiger als das Bahnticket und dauert mit drei Stunden und 45 Minuten eine halbe Stunde weniger lang als die Zugreise.

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