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Schaffhausen marschiert, Wohlen handelt

Winterthur. Vaduz, der Leader der Challenge League, tritt erst heute beim Dritten Servette an. Schaffhausen erledigte als Nummer 2 seine Pflicht mit einem 1:0 in Locarno. Der Letzte, Wohlen, entliess den Trainer.

Nur ein Sieg in 20 Spielen – das war der Führung des FC Wohlen dann doch zu viel. Es war schon eine Überraschung, dass die Herren Andy Wyder, der Vereinspräsident, und René Meier, der Verwaltungsratspräsident, ihren Trainer David Sesa nach der völlig enttäuschenden Vorrunde im Amt belassen hatten. Allerdings wurde – neben sechs neuen Spielern – auch der berühmteste Wohler Fussballer, Ciri Sforza, als «Teamchef» eingesetzt.

Der Start ins 2014 war dann mehr als ordentlich, mit einem 1:1 gegen den Leader aus Vaduz und einer Leistung, die gar einen Sieg gerechtfertigt hätte. Aber eine Woche später sah alles anders aus: Weder die Neuen noch die Bisherigen überzeugten am Samstag; es fehlte auch ein bisschen das Glück; insgesamt aber war der FC Wohlen auf der heimischen Niedermatten gegen Lugano absolut chancenlos. Er geriet nach kurzer Zeit in Rückstand und verlor schliesslich 0:2, worauf sich Meier, Wyder und Sforza berieten. Der Schluss lag nahe: Sesa muss die Verantwortung übernehmen und gehen. Also schritten Wyder und Meier kurz nach Spielende in die Katakomben und eröffneten Sesa den Entscheid. Es werde ihm, wie es Wyder formulierte, auch mit den neuen Spielern nicht mehr zugetraut, den «Turnaround zu schaffen».

Der Weg zum (erhofften) Retter war kurz, er war seit der Winterpause ja schon im Haus. Also überraschte niemanden, dass am Sonntagmorgen Sforza als neuer Trainer angekündigt wurde. Nach einer kurzen Analyse und Gesprächen habe man sich dar­auf geeinigt. Im Amt bleibt dagegen Sesas Assistent, der langjährige Winterthurer Captain Umberto Romano. Sforza (43) hat ja Zeit. Der Job in Wohlen ist der erste, seit er vor bald zwei Jahren bei GC zurücktrat.

Rossini und Frontino

Chiasso und Locarno, die drei beziehungsweise fünf Punkte mehr auf dem Konto haben, sind die Gegner von Sforzas Wohlern. Chiasso mehrte sein Konto gestern mit dem dritten Punktgewinn in Folge, einem 0:0 gegen Wil. Die Ostschweizer boten offensiv wenig und mussten schliesslich froh sein, um eine Niederlage herumzukommen. Die Tessiner aber bestätigten, unter Weltmeister Gianluca Zambrotta zumindest an Kampfkraft und Geschlossenheit gewonnen zu haben.

Der FC Locarno hätte beinahe ebenfalls gepunktet, was dann eine Überraschung gewesen wäre. Im heimischen Lido bot er dem FC Schaffhausen so viel Widerstand, dass dieser ernsthaft um den budgetierten Sieg bangen musste. Erst vier Minuten vor Schluss glückte das entscheidende Tor, und es fiel auf die klassische Art: Freistoss Gianluca Frontino, Kopfball Patrick Rossini – 0:1. Es war Rossinis 16. Meisterschaftstreffer in dieser Saison und Frontinos zehnter Assist. Dar­über hinaus hat Frontino selbst auch schon zehn Tore geschossen!

Nicht zuletzt dank ihrem Sturmduo sind die Schaffhauser jetzt nach Punkten gleichauf mit dem FC Vaduz – und sie bleiben es gar, wenn der heute sein Spitzenspiel in Genf verliert. Dieser Match ist, zumal nach der Heimniederlage gegen Schaffhausen vor einer Woche, für Servette kapital. Verlieren die Genfer, haben sie elf Plus- und acht Minuspunkte Rückstand auf die Liechtensteiner. Das wäre dann schon ein gewichtiges Handicap. (red)

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