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«Schauen, dass wir drinbleiben»

winterthur. Am Freitag beenden die Winterthurer Tischtennisspieler mit dem Heimspiel gegen Zürich-Affoltern die Erstliga-Vorrunde, im Mittelfeld.

Es ist ein kalter Freitagabend Ende November. In der Winterthurer Turnhalle Schachen ist ein EM-Zweiter zu Gast: Ding Yi, dieses Jahr Silbermedaillengewinner bei den Ü50-Jährigen, ein früherer Weltklassespieler, der mitgeholfen hat, Österreich zu einer Tischtennismacht zu machen. Seit einem Jahr wohnt der gebürtige Chinese in St. Gallen, diese Saison steht er auch für das dortige Erstliga-Team an der Platte. Prompt führt St. Gallen die Tabelle an und ist erst einmal bezwungen worden – als Ding Yi eine Partie verpasste.

In Winterthur siegen die Ostschweizer 9:1. Von den Gastgebern gewinnt nur Fabio Steffen sein Match gegen den St. Galler U15-Junior Nick Rütter. Es ist das normale Ergebnis zwischen einem Team aus einem Verein, der eine Vorwärtsstrategie fährt, und einer Mannschaft, die zufrieden ist, wenn sie den Klassenerhalt erreicht. Vor einem Jahr liebäugelten die Winterthurer zwar fast bis zuletzt mit dem Sprung in die Aufstiegsrunde. Doch sie spielten über den Erwartungen.

Das machen, was möglich ist

Mit vier Siegen und einem Unentschieden aus acht Partien belegt Winterthur derzeit Platz 7 unter zehn Mannschaften. «Wir machen, was wir können», kommentiert der B12-klassierte Benny Striegel. «Von Rang zwei bis acht ist es extrem eng», ergänzt Klaus Dingwerth, ein weiterer aus dem Winterthurer Quartett. Am Freitag beendet das Team die Vorrunde gegen Zürich-Affoltern. Der drittklassierte Gegner hat nur fünf Punkte mehr gewonnen. «Wir halten uns gut», meint Dingwerth deshalb.

Johnny Riquet ist mit einer Klassierung von B15 spielstärkster Winterthurer. Er sage immer, wir müssten angreifen, berichtet Dingwerth. «Ich aber sage, wir müssen drinbleiben», schmunzelt er. Denn je nach den Ergebnissen in der Nationalliga C droht bis zu vier Teams der Abstieg aus der 1. Liga. Dass er dem nicht einmal halb so alten Nick Rütter unterliegt, stört Dingwerth nicht. «Man sieht, dass er täglich trainiert. Er macht keine einfachen Fehler.»

Einen ähnlichen Trainingsaufwand betreibt keiner in Winterthur. Im Ge­gen­teil sagt Fabio Steffen, Tischtennis müsse bei ihm derzeit «etwas hinten anstehen». Der Student steckt in einem strengen Semester «mit Prüfungen, Berichten und Übungen».

Der Verein habe sich zuletzt in Richtung Breitensport und Jugendförderung entwickelt, meint Klubpräsident Ralf Pelkowski. Um in der 1. Liga ganz vorne mitzuspielen oder gar wieder in die NLC aufzusteigen, brauche es die entsprechenden Spieler und finanziellen Mittel. Die fehlen im Moment.

Schrumpfen, um zu wachsen

Der Verein befindet sich in einer Phase der Konsolidierung; Leistungssport ist seit dem Rückzug der Frauen-Equipe aus der NLA vor zweieinhalb Jahren und dem Abstieg der Herren aus der NLC (ebenfalls im Frühjahr 2011) kein Thema. «Das ist schade», sagt Pelkowski, «aber so ist der Gang der Zeit». Vieles habe schrumpfen müssen, «nun kann wieder etwas wachsen».

Wie die Erstliga-Equipe im Verein integriert ist, das gefällt dem Präsidenten. In den Juniorentrainings «ist die Halle voll», freut er sich über die 20 Kinder, die ihr Tischtennis verbessern. Und sein Tipp für die Platzierung der eigenen Equipe am Ende der Saison? «Ich denke, am Ende wird es um den dritten oder vierten Platz gehen.»

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