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Schicksalstage für Asylzentren

Der Stadtrat erteilt dem Containerbau für 120 Asylsuchende die Baubewilligung. Derweil bemängeln SVP-Vertreter, dass der Gemeinderat zum 14-Millionen-Umbau des Asylwohnheims Hegifeld nicht gefragt wird.

Nach guten Erfahrungen mit Pavillons im Schulbereich und im Pflegezentrum Adlergarten setzt die Stadt auch bei der Erstellung des neuen Wohnheims für Asylsuchende auf Modulbauweise. Für sparsame 4,6 Millionen entsteht in der Grüze Wohnraum für 120 Personen. Das Projekt war im Gemeinderat kaum umstritten gewesen – der Bedarf sei ausgewiesen, die Kosten moderat, der Standort beim Busdepot geeignet. Dieser Meinung waren offenbar auch die Anwohner. Gegen das Baugesuch regte sich bisher wenig Widerstand. Jetzt gilt es die 30-tägige Rekursfrist abzuwarten. Drei Parteien hatten den Baurechtsentscheid verlangt, dar- unter die Wincasa, eine Metallbaufirma und ein Anwaltsbüro. Der dreistöckige Bau ist in 3½- und 4½-Zimmer-Wohnungen gegliedert. «Pro Zimmer kalkulieren wir zwei Personen», sagt Ernst Schedler, Bereichsleiter Soziale Dienste. Der Ausbau tue not, denn Winterthur muss 530 Asylsuchende aufnehmen, um die Quote des Bundes zu erfüllen. Dazu fehlte es bisher an Unterkünften. So bietet das Durchgangszentrum an der Klosterstrasse 80 und das Wohnheim Hegifeld 180 Plätze an. «Der Standort im Grüzefeld ist ein Glücksfall», sagt Schedler. «Er ist gut erschlossen und die Nachbarschaft fühlt sich wenig gestört.» Die anderen städtischen Grundstücke, die geprüft worden waren, beim Gaswerk und im Ohrbühl, wären problematischer gewesen. «Kriegsflüchtlinge neben einer Schiessanlage, das geht nicht», sagt Schedler. Während der 4,6-Millionen-Neubau wenig umstritten scheint, könnte der 14,2 Millionen Franken teure Umbau des Wohnheims Hegifeld noch zu reden geben. SVP-Gemeinderat Walter Langhard will in der Budgetdebatte beantragen, das Projekt zurückzustellen. Er stört sich daran, dass die 8,8 Millionen, die 2015 fällig werden, seit dem Novemberbrief als gebundene Ausgabe gelten, also nicht vom Gemeinderat bewilligt werden müssen. «Küchen teilen fördert den Gemeinschaftssinn» Das Wohnheim war ursprünglich eine Unterkunft für die Saisonniers von Sulzer. Entsprechend verfügen einige der Wohnungen bloss über Gemeinschaftsduschen und -küchen. Beim Umbau soll auch die Erschliessung verbessert (Flure, Aufzüge) und das Haus auf Minergie-Standard gebracht werden. «Zu teuer», findet Langhard. «Es braucht nicht drei Lifte. Und Küchen teilen fördert den Gemeinschaftssinn.» Ob der Gemeinderat der SVP folgen und nochmals am Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs rütteln will, wird sich zeigen müssen.

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