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Schlaglöcher beheben kostet viel Geld

1,25 Millionen Franken braucht die Unterhaltsgenossenschaft Illnau-Effretikon, um einen Teil ihres 150 Kilometer langen Wegnetzes zu sanieren. Das kann sie aus eigener Kraft nicht bewältigen.

2040 Hektaren Land – das sind 80 Prozent des Gemeindegebiets von Illnau-Effretikon, welches in den Verantwortungsbereich der öffentlich-rechtlichen Unterhaltsgenossenschaft fällt. Es gebe fast keine Felder, Kieswege, Flur- oder Waldstrassen, für die sie nicht zuständig seien, sagt Adrian Kuhn, Präsident der Genossenschaft. Nur Privatstrassen gehörten nicht dazu. «Und die Siedlungszufahrten fallen in den Aufgabenbereich der Stadt.» Insgesamt betreut die Unterhaltsgenossenschaft ein Wegnetz von 150 Kilometern. Davon müssen nun einige Strassen saniert werden – insgesamt zwölf Kilometer für 1,25 Millionen Franken. Allein könnten die 500 Mitglieder für einen solchen Betrag nicht aufkommen. Deshalb bekommt die Genossenschaft Unterstützung vom Stadtrat. Er bewilligte einen Kredit von 420 000 Franken, Bund und Kanton zahlen weitere 400 000 Franken in Form von Subventionen. Für das verbleibende Drittel muss die Genossenschaft selbst in die Tasche greifen. Die Arbeiten werden in den nächsten zwei Jahren durchgeführt. «Mit dem Geld, das wir zur ­Verfügung haben, kommen wir nicht mehr durch», sagt Kuhn und ergänzt: «Deshalb mussten wir die Mitgliederbeiträge erhöhen.» Schon heute übernimmt die Stadt 50 Prozent der an­fallenden Kosten, maximal 100 000 Franken – der bewilligte einmalige Kredit ist eine Ausnahme. Intensiver genutzt Nun habe man einen Antrag für die Erhöhung dieses Maximalbetrags auf 150 000 Franken gestellt. «Weil die Genossenschaft in den nächsten zwei Jahren ohnehin nicht mehr aus­geben kann, wird erst 2016 wieder dar­über diskutiert», erklärt Tiefbauvorstand Urs Weiss. Von Amtes wegen ist er selbst Vorstandsmitglied der Unterhaltsgenossenschaft und schätzt deren Engagement: «Sie leistet eine wertvolle Arbeit für die ­Öffentlichkeit.» Die höheren Kosten entstehen laut Kuhn durch die immer intensivere Nutzung der Strassen. «Heute wird auch die Forstwirtschaft maschinell betrieben. Zudem nutzen Biker, Reiter und Jogger die Wege», so der Landwirt aus Bietenholz. Hinzu komme, dass Landmaschinen viel schwerer geworden seien. Die Sanierung eines Kilometers Kiesweg koste zwischen 27 000 und 30 000 Franken. Geht man von dieser Summe aus, könne sich die Genossenschaft theoretisch nur alle 25 Jahre die Reparatur des Wegnetzes leisten. «Praktisch gesehen müssen wir aber alle zwölf Jahre etwas daran ­machen.» Die Arbeiten führt die Genossenschaft nicht selbst aus, sondern sie vergibt sie an private Unternehmen. Die Instandhaltung der Strassen macht nicht den gesamten Aufgabenbereich der Unterhaltsgenossenschaft aus. Zwar gebe es auf «ihren» Wegen keinen Winterdienst, dafür entferne man das Laub, der Waldrand müsse zurückgeschnitten und im Wald die Wegränder gemulcht werden. «Sehr aufwendig ist der Unterhalt der Drainageanlagen», sagt Kuhn. Fast jedes Feld sei von Leitungen für die Entwässerung durchzogen. Sie sind ähnlich angeordnet wie die Gräten an einem Fischskelett. Die Rohre seien zum Teil 100-jährig – zum Beispiel in Ottikon, dort bestehen sie noch aus Ton und seien oft verkalkt. Lange wurde daran wenig gemacht, doch nun falle wieder mehr Arbeit an. Wenn es stark geregnet und sich Wasser auf den Feldern angesammelt hat, wissen die Landwirte, dass ihr Ent­wässerungssystem sanierungsbedürftig ist. Obligatorische Mitgliedschaft Die Unterhaltsgenossenschaft, die vor 35 Jahren aus der Melioration entstanden ist, besteht aus Landbesitzern. «Etwa die Hälfte sind Landwirte, es gibt viele Eigentümer von Einfamilienhäusern, aber auch Firmen oder Waldbesitzer wie Holz­korporationen gehören dazu.» Sogar die Armee besitze Land in Illnau-Effretikon und zahle somit einen kleinen Beitrag. «Bei uns wird man zur Mitgliedschaft gezwungen», sagt Kuhn schmunzelnd. Die Rechnung zahlten die meisten pflichtbewusst – selten mit einem Murren. Die jährlichen Beiträge seien auch nicht hoch: 70 Franken ist der Minimalbetrag, sonst fallen 60 Franken pro Hektare an. Laut Kuhn wissen hauptsächlich die Landwirte, wofür die Unterhaltsgenossenschaft die Mitgliederbei­träge verwendet. Er geht sogar so weit, zu behaupten, dass einige Mitglieder gar nicht verstehen, worum es sich bei der Rechnung handelt. Sie bezahlen einfach. Fabian Senn

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